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Sprüche, Gedichte, Zitate

Abseits | Gedicht von Heinrich Seidel

Des Krieges Woge warf ihn aus,Todtwund und fern vom Vaterhaus,Und eh sein Name ward Jemand kund,Verschloss ihm der Tod für ewig den Mund. Auf seiner durchschossenen Brust man fandEine Locke grau mit verblichenem Band,Darauf eine Inschrift zeigte sich:„Mein lieber Sohn, ich bete für dich!“ Ein Jüngling schön mit lockigem Haar –Man legte ihn auf die

Die mütterliche Frau

Die mütterliche Frau ist die zeitlose Frau, in allen Epochen und in allen Völkern die gleiche. Gertrud le Fort

Vor Weihnacht – Weihnachtsgedicht / Gedicht von Karl Gerok

Die Kindlein sitzen im Zimmer– Weihnachten ist nicht mehr weit –bei traulichem Lampenschimmerund jubeln: „Es schneit, es schneit!“ Das leichte Flockengewimmel,es schwebt durch die dämmernde Nachtherunter vom hohen Himmelvorüber am Fenster so sacht. Und wo ein Flöckchen im Tanzeden Scheiben vorüberschweift,da flimmert’s in silbernem Glanze,vom Lichte der Lampe bestreift. Die Kindlein sehn’s mit Frohlocken,sie drängen

Muttersegen

Die Mutter sitzt beim Kinde, das liegt im Kissen warm. Sie küßt es auf die Lippen, sie hält es weich im Arm, Sie lallt und lacht und betet, wie`s eine Mutter tut, Das Kindlein lächelt leise, es weiß, wie sie ihm gut.

Das Mütterlein

Was siehst Du, Kind, im Mondenschein? Ein Mütterlein am Wegestein, Viel tausend Falten auf Stirn und Wang’! Ihr scheinet ach, so weh, so bang, Viel tausend Zähren sie leise verschluckt, Das matte Haupt fast zur Erde gebuckt.

Mutterherz

Nun will das Laub der Wind verweh`n, Matt wird der Sonnenstrahl; Doch wird`s auch Herbst, mag Alles geh`n, Mir blüht ein Lenz zumal. Den bricht kein Wind, den nimmt kein Schmerz: Es ist mein liebes Mutterherz.

Der Kampf mit dem Drachen

Was rennt das Volk, was wälzt sich dort Die langen Gassen brausend fort? Stürzt Rhodus unter Feuers Flammen? Es rottet sich im Sturm zusammen, Und einen Ritter, hoch zu Roß, Gewahr ich aus dem Menschentroß, Und hinter ihm, welch Abenteuer! Bringt man geschleppt ein Ungeheuer, Ein Drache scheint es von Gestalt, Mit weitem Krokodilesrachen, Und

Alte Geschichten

Der Abend dämmert, es wirbelt der Wind den Schnee von dem hohen Dache, Großmütterchen sitzt am warmen Kamin mit den Kleinen im warmen Gemache. „Erzähl uns etwas, Großmütterlein!“ – „Recht gern, ihr närrischen Dinger, ihr müsst nur brav und bescheiden sein!“ Und mahnend hebt sie den Finger.

Mutter und Tochter

Wie rührt ihr mich, seh‘ ich in Blick und Mienen, Im Wesen euch so ganz einander gleichen; Die Tochter, von des Frühroths Strahl beschienen, Der Mutter Stern allmälig im Verbleichen.