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Sprüche, Gedichte, Zitate

Muttersegen

Die Mutter sitzt beim Kinde, das liegt im Kissen warm. Sie küßt es auf die Lippen, sie hält es weich im Arm, Sie lallt und lacht und betet, wie`s eine Mutter tut, Das Kindlein lächelt leise, es weiß, wie sie ihm gut.

Abschied vom Walde

Wie liegst du fromm gebreitet, Du lichter grüner Wald! Im Gras ein Rehlein weidet, Der Schlag der Amsel hallt. Wie oft hab` ich geschwärmet In dir, du duft`ger Tann, Und wenn ich mich gehärmet, Du warst nicht schuld daran.

Sonntagabend – Gedicht / Sonntagsgedicht von Franz Alfred Muth

So SonntagsstilleDer weite Grund!Es zirpt die GrilleAllein zur Stund`.Es rauscht kein Wipfel,Der Bach nur fließt,Waldgrüne GipfelSpätlicht umgießt. Was nur mag redenIm Herzensgrund`?Als müßt ich betenWie `n Kind zur Stund`.Und mit den Glocken,Die fromm erwacht,Muß ich frohlocken,Kommt auch die Nacht. Mag sie denn kommen,Sie bringt den Stern,Licht ist erglommenWie Gruß vom Herrn.Wie heil`ge KerzenBrennt HimmelslichtDann auch

Waldrast

Wo tief der Wald voll Tannen, Das wilde Gras so weich, Ein Zauber muß mich bannen, Hin streck` ich mich sogleich. Und wo ein Vogel singet, Im Grund ein Bächlein rauscht, Im Herzen nach es klinget, Die ganze Seele lauscht.