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Sprüche, Gedichte, Zitate

Der Baum

Der Baum, auf dem die Kinder Der Sterblichen verblühn, Steinalt, nichts desto minder Stets wieder jung und grün. Er kehrt auf einer Seite Die Blätter zu dem Licht, Doch kohlschwarz ist die zweite Und sieht die Sonne nicht.

Das Glück und die Weisheit

Entzweit mit einem Favoriten, Flog einst Fortun’ der Weisheit zu: »Und will dir meine Schätze bieten, Sei meine Freundin du!

Der Jüngling am Bache

An der Quelle saß der Knabe, Blumen wand er sich zum Kranz, Und er sah sie fortgerissen, Treiben in der Wellen Tanz. Und so fliehen meine Tage, Wie die Quelle, rastlos hin! Und so bleichet meine Jugend, Wie die Kränze schnell verblühn!

Columbus

Steure, muthiger Segler! Es mag der Witz dich verhöhnen Und der Schiffer am Steu’r senken die lässige Hand. Immer, immer nach West! Dort muß die Küste sich zeigen, Liegt sie doch deutlich und liegt schimmernd vor deinem Verstand.

Archimedes und der Schüler

Zu Archimedes kam ein wißbegieriger Jüngling. »Weihe mich,« sprach er zu ihm, »ein in die göttliche Kunst, Die so herrliche Frucht dem Vaterlande getragen Und die Mauern der Stadt vor der Sambuca beschützt!« –

Der Ring des Polykrates

Er stand auf seines Daches Zinnen, Er schaute mit vergnügten Sinnen Auf das beherrschte Samos hin. »Dies alles ist mir unterthänig,« Begann er zu Ägyptens König, »Gestehe, daß ich glücklich bin.« –

Der Tanz

Sieh, wie schwebenden Schrittes im Wellenschwung sich die Paare Drehen! Den Boden berührt kaum der geflügelte Fuß. Seh’ ich flüchtige Schatten, befreit von der Schwere des Leibes? Schlingen im Mondlicht dort Elfen den luftigen Reihn? Wie, vom Zephyr gewiegt, der leichte Rauch in die Luft fließt,