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    Karl Gerok



    Zitate und Gedichte von Karl von Gerok (1815-1890) deutscher evangelischer Theologe & Kirchenliederdichter.


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    Hochsommer

    Nun glüht der in der vollsten Pracht,
    Sieh, wie auf dieses Rasens dichten Sammet
    Durch der Platanen dunkelgrüne nacht
    Das warme der Abendsonn flammet!
    Und doch, und doch – auf Sommers höchster Höh
    Durchschauerts mich wie ein geheimes Weh,
    Als sagte schon des Jahres Ade!
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    Ernte- und Herbst-Dankfest

    Danket dem Schöpfer und preist den Erhalter,
    Dessen Barmherzigkeit immer noch neu,
    Rühret die Harfe und spielet den Psalter,
    Schmecket und sehet wie freundlich er sei,
    Ziert die Altäre,
    Bringt ihm zur
    Liebliche des Lobes herbei.
    weiterlesen… »

    Blühendes Karoffelkraut

    Blühendes Kartoffelkraut,
    sanft vom Sommerwind umkost,
    immer, wenn ich dich geschaut
    warst du mir ein Augentrost,
    mit der Büsche Laubgezelt,
    mit der Blüte Rötlichblau
    hebst du wie ein Blumenfeld
    dich hervor aus grüer Au.
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    Großmutter

    „Es war einmal „, so hebt sie an,
    und alle lauschten,
    im Hüttchen flammt der Kienholzspan,
    die draußen rauschten.
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    Alle Kreatur Gottes ist gut

    Nach einer persischen Legende

    Dort in Nazareth am letzten Hause,
    Wo das Kleeblatt hoher Palmen raget,
    Wo vom dunkelblauen Sommerhimmel
    An der blendendweißen Gartenmauer
    Glühend heiß die Morgensonne brennet,
    Lag ein toter Hund im Staub der Straße,
    Sei’s, dass er im dort verdorben,
    Sei’s, dass er vor Alter da verendet.
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    Das Wasser des ewigen Lebens

    Offenb. 22, 1

    Und er zeigte mir einen lautern Strom des
    lebendigen Wassers, klar wie Kristall,
    der ging von dem Stuhl Gottes
    und des Lammes.
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    Karwoche

    Sei mir gegrüßt, o stille Woche,
    Voll Schwermut und voll Seligkeit,
    Wo von des Todes bittrem Joche
    Die sterbend uns befreit!
    Wie ernst, mit heil’ger Todesmahnung,
    Und doch wie gnadenreich und mild,
    Voll zauberischer Frühlingsahnung
    Betrittst du wieder mein Gefild!
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    Der Schmetterling in der Kirche

    Was suchst du hier im ersten Heiligtume,
    Du leichtbeschwingter Gast,
    Der du vom Schmaus im Kelch der Sommerblume
    Dich her verirret hast?
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    Am Hochzeitmorgen

    Matth. 18, 20.
    Wo zwei oder drei versammelt sind in
    meinem Namen, da bin ich mitten
    unter ihnen.
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    Blumen und Sterne

    sind Blumen am Himmelsazur,
    Blumen sind Sterne der irdischen Flur,
    Sterne am und Blumen im Land,
    Beide gesät von allmächtiger Hand.
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    Aschenbrödel

    Horch, wie drüben in der Küche
    Hell das Mägdelein singt,
    Dass es durch die abendliche
    Sonntagsstille klingt!
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    Sonntagmorgen

    , mein , welch sanfte Lust
    Hegst du heut in stiller Brust?
    Aug, mein Aug, welch‘ mildes
    Strahlet dein verklärter Blick.
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    Der stille Garten

    Mir blüht ein stiller Garten
    Im schattiggrünen Grund,
    Der Blumen da zu ,
    Vergnügt mich manche Stund;
    Wird mir mein Haus zu enge,
    Der Tag zu trüb und grau:
    Flücht‘ ich aus dem Gedränge
    In seine Friedensau.
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    Wer feiert die fröhlichsten Ostern ?

    Willkommen, o fröhlicher Ostertag!
    Nun klingt es wie Psalmen in Lüften,
    Nun lebet was welk und erstorben lag,
    Nun grünt es auf Gräbern und Grüften;
    Du so sonnig, du so blau,
    Ihr Wölkchen so licht und ihr Winde so lau,
    Was lebt in der und was webt auf der Au —
    Wer feiert die fröhlichsten Ostern?
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    Der alte König

    Die Kerzen glühn, die Harfe rauscht
    Und festlich prangt das Mahl,
    Der alte König sitzt und lauscht
    Wie träumend durch den Saal.
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    Vergißmeinnicht

    Das Kindlein schleicht am Wiesenbach
    Den Blumen nach,
    Da winkt ein Blümlein himmelblau,
    Beperlt von Tau.
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    Morgenrot

    Es war ein trüber Morgen,
    Dass ich am Fenster lag
    Und sah voll düstrer
    Hinaus in den grauenden Tag.
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