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Sprüche, Gedichte, Zitate

Der Sturm im Meer

Es braust der See Tiberias, Es schwankt das leichte Boot, Die Jünger kämpfen schreckensblass Mit schwerer Sturmesnot, Er aber schläft mit Frieden Als wie im sichern Haus In seligem Ermüden Vom heißen Tagwerk aus.

Am heiligen Abend – Gedicht von Karl von Gerok

O heiliger Abend,mit Sternen besät,wie lieblich und labenddein Hauch mich umweht!Vom Kindergetümmel,vom Lichtergewimmelaufschau ich zum Himmelin leisem Gebet. Da funkelt von Sternenein himmlischer Baum,da jauchzt es im fernen,ätherischen Raum;da lassen die Sphärenin seligen Chörenglückwünschend sich hören;mir klingt’s wie im Traum. Es führet mit FeuerOrion den Chor,die himmlische Leiertöt golden hervor;dann folgen mit Schalledie Sternelein alle;dem

Ernte- und Herbst-Dankfest | Gedicht von Karl von Gerok

Danket dem Schöpfer und preist den Erhalter,Dessen Barmherzigkeit immer noch neu,Rühret die Harfe und spielet den Psalter,Schmecket und sehet wie freundlich er sei,Ziert die Altäre,Bringt ihm zur EhreLiebliche Opfer des Lobes herbei. Hört ihr im Chore die hallenden Glocken?Schmückt euch, ihr Bürger, zum festlichen Gang;Viele zum Hause des Herren zu locken,Weithin erschalle der herrliche Klang!Auf

Mein Engel

Mein Engel hat mir zugewinkt: so tu! Drum, Freunde, setzet mir nicht weiter zu; Wohl manchem Mann vergönn ich alle Ehr, Kann doch nicht fühlen, denken, tun wie er; Nicht jedes, wisst ihr, taugt für jedermann, Mein Engel sagt mir, was ich soll und kann.

Großmutter

„Es war einmal „, so hebt sie an, und alle Kinder lauschten, im Hüttchen flammt der Kienholzspan, die Bäume draußen rauschten.

Alle Kreatur Gottes ist gut

Nach einer persischen Legende Dort in Nazareth am letzten Hause, Wo das Kleeblatt hoher Palmen raget, Wo vom dunkelblauen Sommerhimmel An der blendendweißen Gartenmauer Glühend heiß die Morgensonne brennet, Lag ein toter Hund im Staub der Straße, Sei’s, dass er im Hunger dort verdorben, Sei’s, dass er vor Alter da verendet.

Karwoche – Gedicht von Karl von Gerok

Sei mir gegrüßt, o stille Woche,Voll Schwermut und voll Seligkeit,Wo von des Todes bittrem JocheDie Liebe sterbend uns befreit!Wie ernst, mit heilger Todesmahnung,Und doch wie gnadenreich und mild,Voll zauberischer FrühlingsahnungBetrittst du wieder mein Gefild! Noch birgt in leichten WolkenschleiernDie Frühlingssonne das Gesicht,Dass nur verstohlen, matt und bleiernIhr schwüler Strahl den Flor durchbricht;Noch feiert sie die