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    Dichter – Kurze und lange Gedichte



    Kurze, lange Gedichte, Zitate, Reime von berühmten Dichtern, berühmte Dichtungen.


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    Die Sache mit dem Alter

    Jung sein ist wie eine Woge.
    Lass‘ dich tragen, obenauf.
    Woge wirkt wie eine Droge.
    Lass‘ dich treiben im Verlauf !

    Willst dich ihr entgegenstellen ?
    Kippst du um, beim ersten Schlag.
    Wogen kommen gern in Wellen.
    Wirst jetzt älter, Tag für Tag !

    (c) (31.12.2020)

    Leben sucht Bequemlichkeit

    Ein Gesetz scheint gültig – alle Zeit.
    Wir wollen viel mehr .
    Es passt ins Raster, passt ins Schema:
    „Wie leben wir noch viel bequemer ?“

    Auto, Bus, Flugzeug, Bahn – alles Pflicht.
    Mein Fuß über die Straßen ? Bitte nicht !
    Selbst beim Biking braucht es irgendwann,
    den Supermotor, gleich mit dran.

    Die Computerwelt bestimmt den Trend
    und einen Mensch, der das nicht kennt.
    Hier kann Otto* bequem beim Sitzen,
    Shopping via Internet nützen.

    Leere Läden, auch in den Städten.
    Folgen bald die Lebensmittelketten ?
    Es boomt der Markt der Postzusteller,
    deren Löhne sucht man im Keller.

    Am Sonntag fällt der Kirchengang aus.
    Wir hüten heute das eigne Haus.
    Beim GOTTESdienst, auf den Kanälen,
    spart man Geld – bei leeren Sälen.

    Hat der Hunger dich so gequält,
    weil dir die Lust zum fehlt ?
    Dann bestelle dir dein Mittagsmenü,
    beim Pizza-Service, ganz in der Früh.

    Wir brauchen noch mehr Bequemlichkeit,
    unseren Hang zur .
    Bald werden wir im Auto ruhen,
    statt irgendetwas noch zu tun.

    (c) (23.12.2020

    Otto* = Otto Normalverbraucher

    Fundament

    Ein Mitmensch hatte großen Spaß,
    er sang im Chor und zwar im Bass,
    mit breiten Schultern, mächt’gem Bauch,
    bei tiefen Bässen ist das Brauch,
    sein Adamsapfel quoll hervor,
    so lockt er volle Töne vor.
    Er steht wie eine Eiche da,
    die Weiblichkeit find’ts wunderbar,
    und allen offen er bekennt,
    als Bass ist er das Fundament,
    auf den der Chor sich stützen kann,
    man weiß, er ist ein wicht’ger Mann.
    Ein Chor mit ohne Bass tönt fad,
    als ob da sänge ein Kastrat.

    Zisterzienserkloster


    aus Stein
    und Landschaft.

    Wer hier spricht,
    meidet das große
    Wort,

    beherrscht
    die alte Kunst des
    Zuhörens,

    die sie
    in der Werkstatt
    des Schweigens studieren.

    Gedankenaustausch
    unter Seelen,
    nicht Geistern.

    Es gelten
    die Schriften,
    die Lesung, die Arbeit.

    Bewahrt
    in Gesichtern
    und Gebäuden.

    Die
    Konstante:
    Maria Immaculata.

    (c) (29.112020)

    Die Krone der Schöpfung

    Ein Kleriker vor Leuten spricht –
    Besingt die Welt in Moll und Dur:
    „Der Mensch, er ist ein großes
    Und göttlicher .“

    Was folgt, weiß jeder Insider:
    „Wer dem Klerus schenkt
    Das menschliche Natur – leider !
    Mehr Irres als Gescheites denkt.

    (c) (Dezember 2020)

    Nach Gottfried Benn: „Die Krone
    der Schöpfung, das Schwein, der
    Mensch.“

    Farbenlehre

    Ein Mitmensch von uraltem Adel
    mit blauem Blut und ohne Tadel,
    der eh’ eine Bürgersfrau,
    ihr Blut war rot, kein bisschen blau.
    Bald kam ein Kind, es war ein Bub,
    in ihm mischt sich ihr beider Blut,
    aus Blau und Rot, da wurde keck,
    laut Farbenlehre – Violett!

    Ferkeleien

    Ein Mitmensch hielt sich froh ein Schwein
    in seinem Haus, s’war stubenrein,
    mit Hängebauch und schlappen Ohren,
    es hörte auf den Namen Loren.
    Es folgt’ dem Herrn auf Schritt und Tritt,
    und kam sogar aufs Klo treu mit,
    die Düfte dort gefiel’n ihm sehr,
    das zu versteh’n, fiel Herrchen schwer.
    Es tobt im Garten, drehte Runden,
    doch eines Tages war’s verschwunden,
    die Trauer, die war riesengroß,
    die Suche blieb ergebnislos.
    Dann nach vier Tagen kehrt es heim,
    es fand den Weg von ganz allein
    und grunzt zufrieden wie zuvor,
    das Herrchen kraulte sanft sein Ohr.
    Die Zeit verging, dann wurd’ es klar,
    wo’s Loreschwein geblieben war.
    Sie warf des Nachts zwei Dutzend kleine,
    ganz süße rosa Ferkelschweine.

    Der eingebildet Kranke

    Ein alter Frosch sitzt nachdenklich mir zu Füßen:
    „Dein Haar ergraut“, quakt er mich an:
    „Ich weiß. Grauer Schnee lässt uns beide grüßen.“
    Der Abend dunkelt. Die Nacht schleicht sich heran.

    Regentropfen prasselnd an die Fenster klopfen.
    Nah dem Teich sitzt eine illustre Krötenschar,
    unken mir zu, dass früher alles viel besser war.
    Ich sehe Regen von den Dächern tropfen.

    Vorm Spiegel spricht mich an mein graues Haar:
    „Herrchen ? wirst du uns überhaupt gewahr ?
    „Ja, graue Haare, ich sehe euch im Spiegel.
    Ich verspreche es, mit Brief und Siegel.

    Der Spiegel: „Wenn du mich hast im Blick,
    wie lange willst du Träger grauer Haare sein ?
    Deine Haare sind nicht frei von Schick,
    doch leiten sie die letzten Lebensjahre ein.

    Mein graues Haar sah ich vorm Spiegel.
    Das Glas zersplitterte. Es war ein Ziegel.

    (c) (Oktober 2020)

    Naturmedizin

    Ein Mitmensch saß im Düsenclipper,
    das wurde für ihn äußerst bitter,
    er hat mit Höhenangst zu kämpfen,
    mit Pillen war sie nicht zu dämpfen.
    Es half kein Schnaps und auch kein Bier,
    er zittert wie ein Schlachthaustier,
    sank schließlich voller Angst und Frust
    der Stewardess an ihre Brust.
    Da kehrt zurück sein warmes Blut,
    ein Arm voll Brusttee tut oft gut!

    Der Suppe auf den Grund sehen

    Wer über den Tellerrand nicht schaut,
    wird von der Brühe schnell eingesaut.
    Spalte kein Haar in der Suppe.
    Bleib‘ immer Mensch in deiner Gruppe.
    Wer anderen in die Suppe spuckt,
    hat sich rasch ins Falsche verguckt.
    Willst die Wahrheit mit Löffeln essen ?
    Kannst du dein Ego gleich vergessen.
    Hast du die Bouillon dir eingebrockt ?
    Warte nicht drauf, dass sie frohlockt.
    Rahmhäubchen sind das Salz der Suppe.
    Uns Buchstaben ist alles schnuppe.

    (c) (02.10.2020)

    Herbstgebet

    Der Sommer ist gegangen,
    dichte Nebel steigen auf.
    Herbst hat uns eingefangen.
    Neige eines Jahreslauf.

    Ob wir wandern oder geh’n,
    durch den stillen, bunten .
    Ob wir laufen oder steh’n.
    Die Welt ist kühl, ja bitterkalt.

    Wenn alle rauschen
    und die Wanderer lauschen,
    dann tritt plötzlich Stille ein.
    Und jeder ist mit sich allein.

    Wo ist die helle Sonne,
    mit ihrem wärmenden Strahl ?
    Kein Tag sei ohne Wonne,
    hier, im schönen Zillertal.

    Schon seit Anfang gilt dein Wort.
    GOTTES Wort ist GOTTES .
    Überall ist GOTTES Ort.
    Nur hören woll’n wir ihn nicht !

    HERR, sei uns Licht im Leben.
    Und bricht Nebel meine Sicht.
    ER wird uns Frieden geben,
    auch dann, wenn die Nacht anbricht.

    (c) (05./06.10.2020)

    Souvenirs – Souvenirs

    Ein Tourist, der viele Länder bereist,
    erkennt sehr schnell den Geist der Zeiten,
    an jeder Eck‘ man ihm Souvenirs anpreist
    und andere Augenunwürdigkeiten.

    Dann heißt es Theater, Dom, Museum,
    Karlsbrücke, Hradschin und Grotte.
    Es geht zur Madonna und in ein Lyzeum,
    es folgen Manneken Pis oder Ännchen die Kokotte.

    Alles ist wichtig, preis- und sehenswert,
    nur stimmt die Tour mich pessimistisch.
    Was vor Ort wirklich ist und begehrenswert,
    bleibt für den Geist oft charakteristisch.

    (c) (08.10.2020)

    Liebe drückt auf den Magen

    Ich weiß von einem fleißigen Bäcker,
    der hatte ’nen großen, wabbligen Bauch.
    Er produzierte salzig, süß und lecker.
    Tradition war ihm Familienbrauch.

    Er nahm sich eine Bullige zum Weibe.
    Erin richtig korpulentes Gegenstück.
    Auf ihrem Leib und zum Zeitvertreibe.
    Es klappte nicht. Sie waren zu dick.

    (c)

    Wanderwald

    Den Weg, den wir wandern
    schmücken wir mit dem Laub der Buchen
    Die Sonnenstrahlen hängen wir
    über die Äste der
    Dem , gleich hinter dem
    nehme ich seinen
    und schmücke dein Haar mit
    In meinen Händen trage ich
    das Rauschen des Windes
    dir entgegen

    (c) (2020)

    Mein pubertäres Töchterlein

    Leonie reicht mir Wein und Bier,
    auch Cognac ohnegleichen.
    Dabei könnte Leonie auch mir
    das Wasser einmal reichen.

    (c) (13.7.2020)

    Der narzisstische Saibling

    Ich kannte einen Saibling,
    der wollte hoch hinaus.
    Er hängt jetzt an der Angel
    und wartet auf Applaus.

    (c) (17.07.2020)

    Das große Fressen Ein Maitre aus Ibbenbüren Wollte seine Liebste verführen Erst aß sie sich satt Dann lag sie, schachmatt Der Maitre entfloh nach Düren (c) Olaf Lüken (07.08.2020)

    Das große Fressen

    Ein Maitre aus Ibbenbüren
    Wollte seine Liebste verführen
    Erst aß sie sich satt
    Dann lag sie, schachmatt
    Der Maitre entfloh nach Düren

    (c) (07.08.2020)




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