Manch wilde Blume blühte Am staubgen Feldesrand, Und blieb ob ihrer Schlichte, Dir leichthin unbekannt. Sahst nur im Beet die Rosen Im süßen Dufte stehn. Doch jene Unscheinbare, Musst ungeliebt vergehn. Dabei wollt sie dir sagen, Dass sie nur dir geblüht, Und sich in stiller Anmut, Um deine Gunst bemüht. Hans Munch
Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. Gerhard Tersteegen
Blüten am Wegesrand, Einfach und schlicht, Die eine Kinderhand Freudig sich bricht! Von hoher, stolzer Pracht Strahlet ihr nicht – Doch gab euch Gottes Macht Leben und Licht!
Der Vogel singt und fragt nicht, wer ihm lauscht. Die Quelle rinnt, und fragt nicht, wem sie rauscht. Die Blume blüht und fragt nicht, wer sie pflückt. O sorge, Freund, dass gleiches Tun dir glückt. Julius Sturm
Drei Blümlein mal ich für dich hin, weil ich deine Freundin bin. Die erste ist fürs Glücklichsein, die zweite sagt, sei nie allein. Die dritte aber leise spricht: Ich denk an dich, vergiss mich nicht. (Autor unbekannt)
Verlange nur nicht allzusehr Des holden Frühlings Wiederkehr! Bald wird er, unter jungen Rosen, Den Grazien liebkosen, Und im belaubten Hayn Bey Nymphen und Cytheren seyn.