Der Winter ist ein karger Mann – Gedicht von Friedrich Wilhelm Weber
Der Winter ist ein karger Mann,
er hat von Schnee ein Röcklein an;
zwei Schuh von Eis
sind nicht zu heiß;
von rauhem Reif eine Mütze
macht auch nur wenig Hitze.
Er klagt: „Verarmt ist Feld und Flur!“
Den grünen Christbaum hat er nur;
den trägt er aus
in jedes Haus,
in Hütten und Königshallen:
den schönsten Strauß von allen!
Friedrich Wilhelm Weber
Der erste Schnee (Friedrich Vischer)
Der erste Schnee hat auf die weite Welt
Still über Nacht das weiße Tuch gebreitet,
Die Häuser sind wie weißes Zelt an Zelt,
Baum, Weg und Steg in schimmernd Weiß gekleidet.
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Das Lied von der Glocke (Vivos voco. Mortuos plango. Fulgare frango)
Fest gemauert in der Erden
Steht die Form aus Lehm gebrannt.
Heute muß die Glocke werden!
Frisch, Gesellen, seid zur Hand!
Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß,
Soll das Werk den Meister loben!
Doch der Segen kommt von oben.
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Winterrätsel
Ich falle vom Himmel
in wirrem Gewimmel.
Ich schimmre
und flimmre
und decke das Land
zahllos wie Sand.
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Der erste Schnee
Ei, du liebe, liebe Zeit,
ei, wie hat´s geschneit, geschneit!
Rings herum, wie ich mich dreh´ ,
nichts als Schnee und lauter Schnee.
Wald und Wiesen, Hof und Hecken,
alles steckt in weißen Decken.
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Alte Geschichten
Der Abend dämmert, es wirbelt der Wind
den Schnee von dem hohen Dache,
Großmütterchen sitzt am warmen Kamin
mit den Kleinen im warmen Gemache.
„Erzähl uns etwas, Großmütterlein!“ –
„Recht gern, ihr närrischen Dinger,
ihr müsst nur brav und bescheiden sein!“
Und mahnend hebt sie den Finger.
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In der Winternacht
Es wächst viel Brot in der Winternacht,
Weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
Erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
Spürst du, was Gutes der Winter tat. –
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Südwind und Sonne küssten
Südwind und Sonne küssten
Von Berg und Tal den Schnee –
Welch frühlingsduftig Flimmern,
So weit ins Land ich seh!
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Der reiche Mann von Köln
Zu Köln ein reicher Kaufherr saß,
Der hatt‘ ein Herz von Eisen;
Er lebte dahin in Saus und Braus
Und drückte Wittwen und Waisen.
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Befehle den Rosen im Schnee zu blühen
Befehle den Rosen im Schnee zu bl�hen,
dem Regen in die Wolken zur�ckzukehren,
aber nie meinem Herzen dich nicht mehr zu lieben!
Je schöner und reicher ein Garten im Sommer ist
Je schöner und reicher ein Garten im Sommer ist,
desto schöner ist er auch im Schnee.
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Muddu wachsen
Häschen bleibt mit seinem neuen Schlitten im Neuschnee stecken. Ein anderes Häschen rutscht rasant vorbei und ruft: „Muddu wachsen.“ Ruft Häschen zurück: „Quatsch! Du bist auch nicht größer…“