O du Jahrhundert neuer Bahnen In freien Reich der Wissenschaft, Das sich aus dunklem Glaubensahnen Zu schönerm Lichte aufgerafft! – Von Stufe schwingst du dich zu Stufe Und rastlos strebst du höher noch – Du wähltest dir zum Flammenrufe Das Wort: „Und sie bewegt sich doch!“
Zum ew’gen Himmel schau empor und lerne: Er, der in schlichter Bläue niederlacht, So lang‘ es Tag, verhüllt er seine Sterne; Doch herrlich leuchten lässt er sie bei Nacht.
„Daheim!“ – o Wort, wie rührst du Ein Herz, das ungeliebt! Sprichst ihm von jenem Frieden, Den nur die Heimat gibt! Auch mich umklangst du lockend Im wüsten Lebensbraus; Und, das Verheißne suchend, Kehrt‘ ich in’s Vaterhaus.
„Ich bin das Glück!“ – so trat’st in duft’gem Schleier Du sinnig grüßend jüngst in Freundeshaus – „Ich bin das Glück“ – sprachst du – „und bring‘ zur Feier Dir meiner Freuden reichsten Blütenstrauß!“
Das gibt der Erde erst den Glanz Und Weihe der Natur, Macht ihr zum schönsten Feierkleid Die blütenärmste Flur, Macht ihr den Bach zum Perlenband, Zum Schmuck den schlecht’sten Stein – Liegt leuchtend über aller Welt Der goldne Sonnenschein!
Wem einmal in die Seele, lenzerschlossen, Der höchste Sonnenglanz des Daseins drang, Dem wird tiefinnen reicher Frühling sprossen Und leuchtend blühen all‘ sein Leben lang.