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    Nachtgedanken

    Um Mitternacht in diesen Finsternissen
    Erweckte mich vom Schlaf ein Ungefähr,
    Und sinnend lag ich lang auf meinem Kissen.

    Still war es, es regte sich kein Laut umher,
    Die Stille nur begann ihr leises Sausen,
    Der Zeitstrom rauschte wie ein fernes Meer.

    Das leise Sausen schwoll zum lauten Brausen,
    Ich wandte nach dem Fenster mein Gesicht,
    Denn in dem Dunkel fing mir an zu grausen.

    Doch sah ich keines bleichen Sternleins Licht,
    Es lag die Nacht auf meinem Schlafgemache
    Gleich einem Bahrtuch schwarz und schwer und dicht.

    Mir wars, als ob ich unterm Sargesdache
    Im Grabesschoß, im engen dumpfen Raum,
    Der Welt entrückt auf diesem Schlaf erwache.

    Da dünkte mich mein Leben wie ein Traum,
    Mein Tagewerk, ein loses Luftgespinste,
    Die Herrlichkeit der Welt, ein bunter Schaum,

    Ein Schattenspiel der Menschen Witz und Künste,
    Ihr Wissen wie ein Wort, im Schlaf gelallt,
    Selbst ihre Tugend eitle Nebeldünste.

    Und tiefer fiel ich in der Nacht Gewalt;
    Mein Glauben all, mein Hoffen und mein Lieben,
    Der treusten Freunde tröstende Gestalt,

    Was mir zum Trost in jeder Nacht geblieben,
    Mein Gott, mein Heiland, jeder Funke Lichts –
    Gleich toter Asche wollte mirs zerstieben.

    Was ist die Ewigkeit? – ein ödes Nichts!
    Was ist die Zeit? – ein fressend Ungeheuer!
    Dein Glaube? – Blendung eines Traumgesichts!

    Dein Gott? ein furchtbar und verzehrend Feuer!
    Der Mensch? ein schnödes Klümpchen Staub und Blut!
    So nagt‘ am Herzen mir des Zweifels Geier.

    Ihn zu verscheuchen fand ich keinen Mut,
    Zu Häupten hing es mir wie Felsenmassen,
    Zu Füßen schwoll es mir wie Todesflut.

    Ich wollte beten, Gott im Glauben fassen,
    Umsonst, ich griff in öden, leeren Raum:
    Mein Gott, mein Gott, so hast du mich verlassen?

    Ich grub mich tiefer in des Kissens Flaum,
    Ich schloss die Augen, ob mich solcher Plage
    Entführe irgendein barmherzger Traum;

    Ich horchte sehnend nach dem Glockenschlage,
    Ich blinzte durstig nach dem Morgenstern,
    Um zu erkunden, ob es noch nicht tage?

    Da klang des Wächsters Morgenlied von fern:
    Steht auf, dieweil der helle Tag vorhanden,
    Ihr Christen, auf und lobet Gott den Herrn!

    Und sieh, vom Herzen sprangs gleich Eisenbanden,
    Ich lebte auf ob solcher Freudenpost,
    Und all die bösen Nachtgespenster schwanden;

    Von blassem Lichte dämmerte der Ost,
    Die Morgenglocke scholl mit frommem Klange,
    Und füllte mir das Herz mit sanftem Trost.

    Sie scholl, wie sie erscholl schon Jahrelange,
    Wie sie mir oft von Jugend auf erscholl
    Und weckte mich zu meines Tagwerks Gange.

    Da ward mein Herz des alten Mutes voll,
    Da sprach ich zu dem Herrn aus tiefster Seelen:
    Hier bin ich, Herr, weil ich noch wallen soll;

    Nur lass mir deiner Gnade Licht nicht fehlen,
    Denn ohne das ist Finsternis um mich,
    Mit bangen Zweifeln muss mein Geist sich quälen
    Und Tod und Leben ist mir fürchterlich.

    Karl von Gerok





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