Abnehmender Mond
Es geht der Mond zur Neige,
Es bleicht sein milder Schein.
Er winkt und flüstert leise:
»Bald werd’ ich nicht mehr sein.
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Lustige, besinnliche, liebevolle, traurige und andere Texte, Gedichte und Zitate
Es geht der Mond zur Neige,
Es bleicht sein milder Schein.
Er winkt und flüstert leise:
»Bald werd’ ich nicht mehr sein.
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Den ich pflanzte, junger Baum,
Dessen Wuchs mich freute,
Zähl ich deine Lenze, kaum
Sind es zwanzig heute.
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Wenn es beginnt zu tagen, die Erde dampft und blinkt,
die Vögel lustig schlagen, dass dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen das trübe Erdenleid,
da sollst du auferstehen in junger Herrlichkeit!
Joseph von Eichendorff
Ihr Fische wo seid ihr
mit schimmernden Flossen?
Wer hat den Nebel,
das Eis beschossen?
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»Schad um das schöne grüne Band,
Daß es verbleicht hier an der Wand,
Ich hab das Grün so gern!«
So sprachst du, Liebchen, heut zu mir;
Gleich knüpf ich’s ab und send es dir:
Nun hab das Grüne gern!
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Der Müller
Wo ein treues Herze
In Liebe vergeht,
Da welken die Lilien
Auf jedem Beet.
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So stumm und reglos ruhen Berg und Thal
In vollem Mondenlicht,
Fern in den Lüften webet leiser Hall;
Die Stille unterbricht
Nur hurtiges Wassergerinne,
Silbern schäumend;
Es ist als ob die Welt
Auf etwas sich besinne,
Das ihr entfällt,
Das unterdess’
Sie wieder vergess’,
Weiter träumend.
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Blühendes Kartoffelkraut,
sanft vom Sommerwind umkost,
immer, wenn ich dich geschaut
warst du mir ein Augentrost,
mit der Büsche Laubgezelt,
mit der Blüte Rötlichblau
hebst du wie ein Blumenfeld
dich hervor aus grüer Au.
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Sag an, wie heißt der schönste Baum
Auf diesem Erdenrund,
Seit einst im Paradiesesraum
Der Baum des Lebens stund?
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Im Licht der Ostersonne
bekommen die Geheimnisse der Erde
ein anderes Licht.
Friedrich von Bodelschwingh
Nun brachst du dein schweres Schweigen
Aufs neue, du starke Natur,
Und willst mir aufs neue zeigen
Zum ewigen Leben die Spur.
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Seht, seht doch jenen armen Tropf!
Fruchtbäume stehen in der Runde,
Ihm hangen Kirschen überm Kopf,
Und winken schwellend seinem Munde.
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Auf deinem Grunde haben
Sie an verborgnem Ort
Den goldnen Schatz begraben,
Der Nibelungen Hort.
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Der Vogel singt und fragt nicht, wer ihm lauscht.
Die Quelle rinnt, und fragt nicht, wem sie rauscht.
Die Blume blüht und fragt nicht, wer sie pflückt.
O sorge, Freund, dass gleiches Tun dir glückt.
Julius Sturm
Erscheine mir im Taggewand,
Im Nachtgewand, Natur!
Reich deinem Sohn die Mutterhand,
Ihm einen Finger nur!
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