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    Olaf Lüken



    Gedichte von Olaf Lüken *1952, im Altersruhestand, vorher Bankbetriebswirt.
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    Frühlingssturm in der Senne

    Frühlingssturm in der Senne

    Frühlingssturm kommt herangewagt.
    Braust über Föhren und Heide.
    „Krümmt euch! “ ruft die verzagt:
    „Kniet euch !“ schreit bissig die Weide.

    rauscht über Feld und Geäst.
    Die Zweige knarren und knacken.
    Die Eiche steht mutig, trotzig, fest.
    Beugt weder das Haupt noch den Nacken.

    Die ernst zur Eiche spricht:
    „Du baust dir ´ne Riesenfalle !“
    Der alte, starke Baum, er bricht,
    stürzt nieder mit großem Dralle.

    Gebrochen spricht der Eichenbaum:
    „Will keinen das Leben neiden.
    werd‘ ich und schaffe Raum,
    Für Birken, Erlen und Weiden.

    Wiegt im euer Blätterhaar,
    Über meine frische Leiche.
    Ihr Bäume, die ihr trauert zwar,
    Denkt dran, ich war eure Eiche.“

    (c) Olaf Lüken (April 2021)

    Die Bergrose

    Die Bergrose

    Hier, in luftiger Höhe,
    eine wilde blüht,
    ich hab sie von Ferne gesehen
    und bin voll Sehnsucht erglüht.

    Zu ihr über Felsen und Klüfte,
    ein kühner Kletterer klimmt.
    Ich sah ihn aus fernster Nähe*,
    sein Auge in schwimmt.

    Er will sie fassen und pflücken,
    da greift ins Leere sein Fuß.
    Er fällt in die tiefsten Tiefen
    und landet mit kaltem Gruß.

    Hoch droben in luftiger Höhe,
    eine junge blüht.
    Wer sie einmal hat gesehen,
    voll Liebessehnsucht erglüht.

    (c) Olaf Lüken (April 2021)

    Aus fernster Nähe = mit dem Fernglas

    Der Brutzler

    Der Brutzler

    Ein Maitre aus Wanne-Eickel
    manirierte eine fette Laus
    und zehn Filets daraus.
    Die Arbeit fand er nicht mal heikel.

    Der Gast fand sie roh und war nicht froh.
    Was soll er jetzt essen und sowieso.
    Die Filets lagen da, richtig klein,
    das sah jetzt auch der Maitre ein.

    Er nahm die Filets, welche noch roh
    und warf sie ins nächste Gästeklo.

    (c) Olaf Lüken (April 2021)

    Nichts ist so alt wie die Zeitung von heute* Keine Phasen ohne Phrasen. Alles kräht: Humanität ! Humba, humba, täterä, Seiten voller Wortgeklingel. Hier schreibt euer Presseschlingel. Liefern wir ihn ans Messer ? Wären Prügel viel besser ? Humba, humba, täterä, die Presse pflegt ihr eig’nes Porträt. (c) Olaf Lüken (April 2021) * Anspielung auf: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern.

    Nichts ist so alt wie die Zeitung von heute*

    Keine Phasen ohne Phrasen.
    Alles kräht: Humanität !
    Humba, humba, täterä,
    Seiten voller Wortgeklingel.
    Hier schreibt euer Presseschlingel.
    Liefern wir ihn ans Messer ?
    Wären Prügel viel besser ?
    Humba, humba, täterä,
    die Presse pflegt ihr eig’nes Porträt.

    (c) Olaf Lüken (April 2021)

    • Anspielung auf: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern.
    Fensterträumerei

    Fensterträumerei

    Schatten ziehen über die Felder,
    blau umdunstet atmen die Wälder.
    Die Kraniche auf ihren Flügen,
    gesellen sich zu Wanderzügen.

    An jedem Orte möcht ich liegen,
    mit jedem Vogel zu dir fliegen.
    Ich möchte reisen und auch bleiben,
    wie Segler durch die Lüfte treiben.

    Lerchen hoch in den steigen,
    Wanderer, die sich einzeln zeigen.
    Am Himmel, seh ich Wolkensäcke
    und suche meine Daunendecke.

    Draußen jaulen die Peitschenwinde.
    Eine Mutter ruft nach ihrem Kinde.
    Später wird es im Dorf offenbar,
    dass der Schlingel auf dem Bolzplatz war.

    Ein milder und warmer Regen fällt,
    ein Hund, der sinn- und grundlos bellt.
    Das ist mein kleines Fensterglück.
    Bald kehren auch die Schwalben zurück.

    (c) Olaf Lüken (März 2021)

    Ein Schützenverein geht ins Internet

    Ein Schützenverein geht ins Internet

    Mitgliederschwund im Schützenverein.
    Wir sind nur wenige – ja ziemlich allein.
    Jetzt treten wir auf – im Internet,
    machen Werbung, ehrlich und fein.
    Hier können Sie lesen, druckfrisch und fett:
    „Wollen Sie stets alleine sein ?“
    Lustig geht es zu – im Schießrevier !
    Es locken Adler, Wurst und auch viel Bier !
    Kommen Sie, kommen Sie, noch heute.
    Hier schießen und treffen Sie nette Leute !

    (c) Olaf Lüken (Mai 2021)

    Die ewige Plage mit der Waage

    Heute morgen meine Fußwaage bebt,
    alles an mir wirkt völlig ausgelebt.
    Mein runder Bauch ist so gar nicht klein,
    ist kein Chalet, mehr ein Eigenheim.

    Über „100“ Kilo lautet mein Gewicht,
    die Füße sah ich seit zwanzig Jahren nicht.
    Ich bin einer, der zu viele Pfunde hat,
    Eva meint, es sei mein Überhangsmandat.

    Bin ich ein Esser und Philister ?
    Dann droht mir Fett- statt Bettgeflüster.
    Mein Body sagt: „Ich soll mich schämen“,
    auch den Mund weniger voll zu nehmen.

    Ein leckerer Duft dringt zu mir hin,
    vorbei ist meine Selbstdisziplin.
    Die klitzekleine Stammhirnknolle
    verhindert auch die Esskontrolle.

    Zur Waage sage ich, ungelogen:
    „Bleib mir in Zukunft mehr gewogen!“

    (c) Olaf Lüken (März 2021)

    Paketzusteller 2021

    Paketzusteller 2021

    Der Kurierfahrer ist ein armes Tier.
    Werden wir ihn ehrlich beklagen ?
    Er bringt die Pakete zu dir und mir,
    will seinen Lohn nicht hinterfragen.

    Er weint vor sich in langer Nach,
    wünscht sich ein Leben für die Seinen.
    Er lehnt sich nicht auf, weil ohne Macht.
    Auf Amazon soll die Sonne scheinen.

    (c) Olaf Lüken (April 2021)

    Von der Würde eines Richters

    Von der Würde eines Richters

    Vetter Erhardt war ein kluger Richter.
    Ich mutierte zum gemeinen Dichter.
    Ein Richter, der nur verdammt,
    beschäidigt sein hohes Amt.
    Statt die Beschuldigten zu vernichten,
    verstand er es klug sie aufzurichten.
    So mancher bot ihm frech die Stirn,
    der Rechtsbrecher, der fidele.
    Mein Vetter blickte ihm tief ins Hirn,
    sah seine gespaltene Seele.
    Das Recht war ihm wie innere Musik.
    Gerechtigkeit, statt Paragraphen-Sieg !

    (c) Olaf Lüken (April 2021)

    Freunde (Ein Freundschaftsgedicht von Olaf Lüken)

    Freunde leben oft unauffällig,
    stellen sich nicht ins Rampenlicht,
    richten auf des Freundes Seele,
    sind einfühlsam mit Herzenssicht.

    Ein Freund zeigt dir neue Wege,
    wenn du dich verlaufen hast,
    versteht mit dir zu schweigen,
    freut sich, wenn du Neues wagst.

    Er lächelt, doch belächelt dich nicht,
    kann zuhören, und dich verstehen,
    er ist ein Stern, spendet Zuversicht,
    ist Gottes Werk und kein Versehen.

    Suche nicht das, was dir fehlt,
    in dieser bunten Lebenswelt.
    Ein Freund ist ein Brandungsfels,
    Gefährte, Balsam, Sternenzelt.

    Sich gegenseitig ergänzen,
    erweitern die engen Grenzen.
    Die Lebenszeit gemeinsam teilen,
    mit den Mädels der Welt enteilen.

    Freunde erkennt man leichter,
    wenn das Leben schwerer wird.

    (c) Olaf Lüken (März 2021)

    Angst (von Olaf Lüken)

    Dunkle Gedanken über Not und Tod,
    bringen mich ruckzuck aus dem Lot.
    Ängste vor Verlust und starken Schmerzen,
    engen mich ein – erst recht am Herzen.

    Ängste sind Mittel für Diktatoren.
    Der Mensch allein geht schnell verloren.
    Zuerst verwirrt, dann verirrt – ohne Spur,
    wacht auf im Knast einer Diktatur.

    Die Machthaber gerne Ängste säen,
    wollen Respekt und Schweigen ernten,
    die Klugen werden sie niedermähen,
    der Rest kommt zu den frisch Bekehrten.

    Die Angst vor der Angst macht mir Angst.
    Ich liebe, was ich bestens kenne.
    Wenn ein Gespenst nachts vor mir tanzt,
    schreie ich wie eine Memme.

    Trifft mich ein Fluch, greif ich zum Buch !*
    Nicht ins Schicksal will ich mich ergeben !
    Ich werde auch nicht zum Eunuch.
    Ängste sichern mein Überleben !

    (c) Olaf Lüken (23.04.2021)

    Abrakadabra – Hokus Pokus Fidibus (von Olaf Lüken)

    Zwar nichts wissen, aber glauben,
    heißt ganz richtig – Aberglauben.
    Teufel, Hexen, weise Frauen,
    können in die Zukunft schauen.

    Lieber Esel strecke dich,
    dass dein Esstisch fülle sich.
    Ketzer, Seher und Hebammen,
    dürfen die „13“ nicht verdammen.

    Sternengucker, Hostienschänder,
    Wundersteine, schwarze Bänder,
    Katzen, Leiter und Hufeisen,
    durch die Welt des Fetischs reisen.

    Was ist Glauben, was ist Wissen,
    Schicksalsglaube mit Hindernissen ?
    Fanatismus, Fatalismus,
    Götzenglauben im Faschismus.

    Menschen, die Hexen verbrennen,
    Mönche, die um ihr Leben rennen.
    Leute, die unter die Leiter gehn,
    Wanderer, die ein Kleeblatt sehn.

    Hostien, die zu bluten beginnen,
    Geissler sich schlagen, wie von Sinnen.
    Wunderzeichen, frei von Worten.
    Erscheinungen an vielen Orten.

    Im Glauben, das der Aberglauben,
    beginnt das Alte abzustauben,
    der sollte sich durchaus erlauben,
    an einen Christengott zu glauben.

    (c) Olaf Lüken (März 2021)




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