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Sprüche, Gedichte, Zitate

Brennessel steht am Wegesrand

Neider und Feinde hab‘ ich in Stadt und Land. Neidet, haßt, verleumdet, doch das bringt mir keine Not, Wenn mir nur mein süßes Liebchen treu bleibt bis zum Tod. vertont von Johannes Brahms Hugo Conrat

Auf dem Anstand

Im goldnen AbendscheineRuht dämmernd das Gefild;Am Waldrand ruh‘ ich, wartendAuf gar ein lieblich Wild. Von Ferne ruft der KukukSo heimlich rauscht der Wald,Es schwebt vor meinen GedankenEine wunderschöne Gestalt. Die Büchse ruhet lässigIn Gras und weichem Klee –Mich hat in’s Herz getroffenSelber ein schlankes Reh. Da rauscht es in dem LaubeVon wunderleichtem Schritt: –Mein Rehlein

Abendlied an die Natur

Hüll’ ein mich in die grünen Decken, Mit deinem Säuseln sing mich ein, Bei guter Zeit magst du mich wecken Mit deines Tages jungem Schein! Ich hab mich müd in dir ergangen, Mein Aug’ ist matt von deiner Pracht. Nun ist mein einziges Verlangen, Im Traum zu ruhn, in deiner Nacht.

Eisblumen zu Weihnachten – Gedicht von Otto Julius Bierbaum

Das unfruchtbare Eis, kalt, panzerglatt,Verhärtet Leben, das dem Tode dient,Der sich, der Farblose, mit ihm umschient –Das Eis, das keine Seele hat,Das unbewegte, allen Lebens Bann: Das starre Eis selbst ist nicht tot.In ihm auch wirkt gestaltendes Gebot,Der Schönheit Triebkraft ward auch ihm:Es setzt geheimnisvolle Blüten an,Und Schwingenrispen, wie dem SeraphimGefiederüppig sie aus Schulternrund,Gekraust, geschwungen,

Waldrast

Wo tief der Wald voll Tannen, Das wilde Gras so weich, Ein Zauber muß mich bannen, Hin streck` ich mich sogleich. Und wo ein Vogel singet, Im Grund ein Bächlein rauscht, Im Herzen nach es klinget, Die ganze Seele lauscht.