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Sprüche, Gedichte, Zitate

Zauberblume

Ich ging unstet auf ausgetretnen Wegen, und konnte dich doch nirgendwo erspähen. Nun, da sich Schleier auf die Tage legen, fand ich verblüht dich bei der Quelle stehen. Hans Munch

Aura

Des Zufalls Blume, ungepflückt, hat im Erinnern dich verzückt. Und lange noch, in einem Wittern, ließ dich ein jäher Hauch erzittern. Hans Munch

Früchtchen

Früh in die Welt geworfen,hat es nur rumgegammelt,und um sich bunte Käferim faulen Dunst versammelt.   Die ständig wie von Sinnenden drallen Leib beflogen,bis dieser aller Süßeberaubt und ausgesogen.   Schon frühe reif gewesen, litt es am äußren Scheine, und ging, wie es gekommen, verfrüht und auch alleine.   Hans Munch    

Diamant

Ganz tief in deinem Innern liegt Ein kleiner Diamant. Strahlst mir in einem andren Licht, Seit ich dies Kleinod fand. Färbst meine Tage herrlich bunt Und bist mein Schatz allhier. Dass ich ihn in mein Herz gefaßt, Zeigt dir, wie wert du mir. Hans Munch

Wintereinsam

Frühmorgens, auf gefrornen Wegen, Hauche ich Wölkchen vor mir her, Und die ich treffe, eilen schweigend Zur Arbeit, als gäb’s sonst nichts mehr. Kein Vogelsang belebt den Bahnsteig, Kein Wort, nur kalter Lichterschein, Und schwöll nicht hier und da ein Wölkchen, Ich fühlte mich so sehr allein. Hans Munch

Stilles Lied

Nur Frieden, nichts als Frieden, Ist was ich noch begehr, Doch Sturm um Sturm erhebt sich, Und braust über mich her. Ich gehe, gehe, geh bis Es nicht mehr weiter geht, Und nur noch sanftes Sausen Mein mattes Haupt umweht.

Wegbeschreibung

Von der Kreuzung, irgendwo, Führt ein Weg ins Ungefähre, Macht drei Schlenker und verläuft Schnurgerade in das Leere. Zweigt von dort ins Vage ab Und beschreibt dann einen Bogen, Eh’ er sich im Holz verliert. Doch ist dir das Glück gewogen, Landest du an jenem Punkt, Wo kein Weiterkommen ist, Und es endlich bei dir