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    Kategorie: Neue Gedichte


    Kurze und auch lange Gedicht neu online gegangen



    Herbstseele

    Jägerruf und Blutgebell;
    Hinter Kreuz und braunem Hügel
    Blendet sacht der Weiherspiegel,
    Schreit der Habicht hart und hell.
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    Muttersegen

    Die sitzt beim Kinde, das liegt im Kissen warm.
    Sie küßt es auf die Lippen, sie hält es weich im Arm,
    Sie lallt und lacht und betet, wie`s eine Mutter tut,
    Das Kindlein lächelt leise, es weiß, wie sie ihm gut.
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    Abschied vom Walde

    Wie liegst du fromm gebreitet,
    Du lichter grüner !
    Im Gras ein Rehlein weidet,
    Der Schlag der Amsel hallt.
    Wie oft hab` ich geschwärmet
    In dir, du duft`ger Tann,
    Und wenn ich mich gehärmet,
    Du warst nicht schuld daran.
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    Der Mond verbarg sich, dunkel ward das Land

    Der verbarg sich, dunkel ward das Land.
    Die Schatten sprangen aus der Büsche Wand.
    Die Wiesen wuchsen grenzenlos und weit
    In tiefe Nacht hinaus und ferne .
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    Amor betrogen

    Cupido einmal sehr verdrossen,
    daß er hat so vil pfeil umsunst
    auf meine Myrta los geschossen,
    die niemals achtet seiner kunst,
    erwählet, ihre zarte schoß
    zu wunden, zornig, ein geschoß.
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    Das freie Wort

    Sie sollen alle singen
    Nach ihres Herzens Lust;
    Doch mir soll fürder klingen
    Ein Lied nur aus der Brust:
    Ein Lied, um dich zu preisen,
    Du Nibelungenhort,
    Du Brot und Stein der Weisen,
    Du freies Wort!
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    Die erstattete Spielschuld

    Für neun geliehne Groschen
    Gibst du mir dreimal drei,
    Und sinds gleich auch nur neune,
    Der Hand und deine
    Macht selbst das Alte neu.
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    Aufruf

    Reißt die Kreuze aus der Erden!
    Alle sollen Schwerter werden,
    Gott im wird’s verzeihn.
    Laßt, o laßt das Verseschweißen!
    Auf den Amboß legt das Eisen!
    Heiland soll das Eisen sein.
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    Der Pessimist

    Überall ist Rauch und Dunst,
    Scheinbar Wissenschaft und Kunst,
    Scheinbar auch Humanität:
    Und um alles schlecht es steht! –

    Dem Komiker Hasenhut

    Du mir meiner Jugendjahre,
    Und jener Jugendzeit zum Teil ein Bild,
    Wo noch der Ernst das Gute war, das Wahre,
    Der Scherz ein Bach, der unter Blumen quillt.
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    Das Leben

    Schwestern, Brüder, laßt uns leben,
    Leben ist gar hohes Gut,
    Machet stark die freie ,
    Frischet auf den Lebensmut!
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    Auf jedes Menschen Angesicht

    Auf jedes Menschen Angesicht
    liegt leise dämmernd ausgebreitet
    ein sanfter Abglanz von dem Licht
    des Sternes, der sein leitet.
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    Da sank der Abend und der Tag entschlief

    Da sank der und der Tag entschlief,
    Der kurze, in der Inseln dünnem .
    Des Eises Ton war auf dem See verhallt
    Und nur der im trocknen Schilfe lief.
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    In der Fremde

    Schon bin ich müd zu reisen,
    Wärs doch damit am Rand!
    Vor Hören und vor Sehen
    Vergeht mir der Verstand.
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    Deine Wimpern, die langen

    Deine Wimpern, die langen,
    Deiner dunkele Wasser,
    Laß mich tauchen darein,
    Laß mich zur Tiefe gehn.
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    Lebenslauf

    Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt
    All uns nieder, das Leid beuget gewaltiger,
    Doch es kehret umsonst nicht
    Unser Bogen, woher er kommt.
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    Sonnenuntergang

    Wo bist du? trunken dämmert die mir
    Von aller deiner Wonne; denn eben ists,
    Daß ich gelauscht, wie, goldner Töne
    Voll, der entzückende Sonnenjüngling
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