Mädgen lernet Amorn kennen!
Läßt er sich nur Freundschaft nennen:
Seht ihm ins Gesicht.
Seht ihr feuervolle Blicke,
Voll Zerstreuung, voller Tücke,
Das ist Amor, zweifelt nicht.
Düfte
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Du rote Rose, wie lieb‘ ich dich!
Nicht bloß ob deiner Schönheit Prangen,
Auch deines Duftes freu‘ ich mich;
Und küß‘ ich dich, so denke ich
An meiner Kinder rote Wangen.
Johann Meyer
Ich will, vom Weine berauscht, die Lust der Erde besingen,
Ich will die Zierde der Auen erhöhn,
Den Frühling, welcher anitzt, durch Florens Hände bekränzet,
Siegprangend unsre Gefilde beherrscht.
Mein Herz ist eine Blume,
Dein Aug‘ das ist der Himmel rein;
Im milden Strahl der Sonne
Haucht sie des Daseins Wonne
Aus seiner Tiefe ein.
Das Veilchen blüht so sittsam und hold;
Das Schlüsselblümchen düftet wie Gold.
Bewundernd steht der denkende Mann
Und betet still den Schaffenden an.
Lieber Mond, du scheinest wieder
In mein stilles Thal hernieder;
Aber ach! mein Auge weint
Um den fernen Herzensfreund!
Blumen, die mit lieber Hand
Mir ein holdes Mädchen band,
Düftet Freud‘ und Frühlingssegen
Mir im trüben Herbst entgegen,
Blumen, die die Holde band!
Diese Spröde male mir,
Wie sich Amor neben ihr
Auf ein duftend Veilchen setzt,
Wie er seine Pfeile wetzt,
Wie er ihre Brust verletzt,
Wie er schnell ihr Herz bekehrt,
Und sie schnell mich küssen lehrt:
Aber ach! das kannst du nicht! –
Ach! das kann ja Amor nicht!
Heinrich Wilhelm von Gerstenberg
Über die verhüllten Abendhügel
Steigen schon die ersten Sterne her,
Einmal rührt der Wind noch seine Flügel,
Alles schweigt und träumt, nun träumt auch er.
Ein Kind – von einem Schiefertafel-Schwämmchen
Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.
Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln. –
Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann doch gütig lächeln.
Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! –
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.
Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.
Joachim Ringelnatz
Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern
schwer war,
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