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    Gedichte – lange Reime, Gedicht, Reim – lang



    Lange Gedichte zum Vortragen zur Hochzeit, Geburtstag, Taufe ua, wie Liebe, Vermissen


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    Der Neugierige

    Ich frage keine Blume,
    Ich frage keinen Stern,
    Sie können mir nicht sagen,
    Was ich erführ so gern.
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    Erster Schmerz, letzter Scherz

    Nun sitz am Bache nieder
    Mit deinem hellen Rohr,
    Und blas den lieben Kindern
    Die schönen Lieder vor.
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    Der Müller und der Bach

    Der Müller
    Wo ein treues Herze
    In Liebe vergeht,
    Da welken die Lilien
    Auf jedem Beet.
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    Das Irrlicht

    In die tiefsten Felsengründe
    Lockte mich ein Irrlicht hin:
    Wie ich einen Ausgang finde,
    Liegt nicht schwer mir in dem Sinn.
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    Gute Nacht

    Fremd bin ich eingezogen,
    Fremd zieh ich wieder aus.
    Der Mai war mir gewogen
    Mit manchem Blumenstrauß.
    Das sprach von Liebe,
    Die Mutter gar von Eh‘ –
    Nun ist die Welt so trübe,
    Der Weg gehüllt in Schnee.
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    Der Jäger (W. Müller)

    Was sucht denn der am Mühlbach hier?
    Bleib, trotziger Jäger, in deinem Revier!
    Hier gibt es kein Wild zu jagen für dich,
    Hier wohnt nur ein Rehlein, ein zahmes, für mich.
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    Wohin ?

    Ich hört ein Bächlein rauschen
    Wohl aus dem Felsenquell,
    Hinab zum Tale rauschen
    So frisch und wunderhell.
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    Pfingsten

    O heilige Frühlingswonne,
    Du sinkest nieder,
    Strahlend und flimmernd
    In himmlischen Schauern,
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    Vom Abwesen seiner Liebsten

    Werd ich die Zeit wohl sehn / daß doch der Tag anbreche /
    Darinnen ich mein Lieb noch endlich schawen soll?
    Jhr laufft doch fort / fliegt weg als Wasserbäche:
    Weil jhr so langsam seyd so bin ich trawrens voll.
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    Trost-Lied

    Zehnde von den Pierinnen,
    Vierdte Charis dieser Zeit,
    Andre Venus, laß den Sinnen
    Keinen Fug zur :
    Die mit Threnen Saamen streuen,
    Werden frölich Korn abmeyen.
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    Das war die Zeit

    Du willst’s, so sei der Schwur erneuert,
    sei, was uns entzweit,
    Zu höchst und aber höchst beteuert
    Sei unsrer Liebe Innigkeit!
    Doch was vom sichern Port gesteuert
    Uns einst in hohe See voll Leid, –
    Das war die Zeit, mein Kind, die Zeit!
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    Lichter

    I. Jedem, der sich zu den Malern zählt,
    Dem birgt der Farbenkasten eine Welt,
    Eine große, eine kleine,
    Aber immerdar die – seine!
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    Mondnacht im Gebirge

    So stumm und reglos ruhen Berg und Thal
    In vollem Mondenlicht,
    Fern in den Lüften webet leiser Hall;
    Die Stille unterbricht
    Nur hurtiges Wassergerinne,
    Silbern schäumend;
    Es ist als ob die Welt
    Auf etwas sich besinne,
    Das ihr entfällt,
    Das unterdess‘
    Sie wieder vergess‘,
    Weiter träumend.
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    In trüber Zeit

    Wenn du dich ins Ärgste fandest
    – Ärgstes ist: geboren werden –
    Find dich ruhig auch ins andre,
    Minder Arge auf der Erden.
    Sterben rechnet man als Schlimmstes,
    Dem man nicht entrinnen kann;
    Höchst vernünftig ist’s, du nimmst es,
    Wie es tritt an dich heran.
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    Das blinde Kind

    Es sitzt das trüb im Leid,
    Es tastet an dem Schmuck die Hand,
    Sie streift das lichte Feierkleid,
    Des Farbenschein ihr unbekannt;
    Des Lichtes Quell ist ihr verstopft,
    Ihr Aug‘ kennt keiner Farbe Wahl,
    Es kennt nur , die leise tropft,
    Kennt nur des Schmerzes wilden Schwall.
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    Wundersame Dämmerung

    Erinnerung in Dämmerlicht verglühend
    Zittert und loht am fernen Himmelsrand
    Der , die geheimnisvoll bald fliehend
    Bald wachsend flammt, wie eine Scheidewand.
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    Im Kahn

    Zitternd wie durch feuchte Schleier
    Schwimmt der Abendstern im Weiher,
    Und der Fischer zündet Feuer.
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