Aus der Fernediesen Wunsch:Glückliche Sterneund guten Punsch!Jene für immer,diesen für heut –und nimm nichts schlimmerals Gott es beut. Raffe dich, sammle dich,eins, zwei, drei,und verrammle dichgegen Hirnschlepperei. Brich, was nicht halten will,brich es entzwei!Aber hältst du still –ist es vorbei Theodor Fontane (1819-1898)
Sieh, das ist unsre Liebe.Unsre Hände reichen sie hin und her,unsre Lippen bedecken sie mehr und mehrmit Worten und Küssen sehnsuchtsschwer,unsre Seelen grüßen sich hin und her –wie über ein Meer – – wie über ein Meer – –Diese Rose vom Duft unsrer Seelen schwer:sieh, das ist unsre Liebe. Christian Morgenstern
Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss;Ich liebe dich, weil ich nichts anders kann;Ich liebe dich nach einem Himmelschluss;Ich liebe dich durch einen Zauberbann. Dich lieb‘ ich, wie die Rose ihren Strauch;Dich lieb‘ ich, wie die Sonne ihren Schein;Dich lieb‘ ich, weil du bist mein Lebenshauch;Dich lieb‘ ich, weil dich lieben ist mein Sein.
Wenn hoch vom Turm die Glocken klingen,In mitternächtlich ernster Stund‘Des Jahres Scheidegruß zu bringen:Dann lauschen wir, als werd‘ uns kund,Was nun der neue Lauf der HorenUns Erdenpilgern bieten mag –Das Jahr ward neuverjüngt geborenUnd festlich grüßt sein erster Tag. Doch ist vergeblich alles Fragen,Die Antwort lautet immer gleich:Propheten sind aus unsern TagenVerbannt ins dunkle Sagenreich.Kein
Mama schöpft aus dem Punschgefäße,Der Vater lüftet das GesäßeUnd spricht: „Jetzt sind es vier MinutenNur mehr bis zwölfe, meine Guten. Ich weiß, dass ihr mit mir empfindet,Wie dieses alte Jahr entschwindet,Und daß ihr Gott in seinen Werken– Mama, den Punsch noch was verstärken! – Und dass ihr Gott von Herzen danket,Auch in der Liebe nimmer
Und nun, wenn alle Uhren schlagen,So haben wir uns was zu sagen,Was feierlich und hoffnungsvollDie ernste Stunde weihen soll. Zuerst ein Prosit in der Runde!Ein helles, und aus frohem Munde!Ward nicht erreicht ein jedes Ziel,Wir leben doch, und das ist viel. Noch einen Blick dem alten Jahre,Dann legt es auf die Totenbahre!Ein neues grünt im
So tief verwundet ist dies Herz – Es möchte sich in Nacht versenken, Nicht sehen, hören und nicht denken, Nur fühlen seinen bitt’ren Schmerz! So kostet‘ es ihn bis zum Grund, Es müßte langsam sich verbluten, Und aus den ausgebrannten Gluthen Erhöb‘ es sich vielleicht gesund.
Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen, Wo sich der Tag mit vielen Freuden endet, Es ist das Jahr, das sich mit Pracht vollendet, Wo Früchte sich mit frohem Glanz vereinen.
Der Ströme Seelen, der Winde Wesen Gehet rein in den Abend hinunter, In den schilfigen Buchten, wo herber und bunter Die brennenden Wälder im Herbste verwesen.