Es schreit nicht mehr in fetten Schriften Das Für und Wider von der Wand. So laßt uns alle Frieden stiften! Ein jeder reiche seine Hand! Zur Menschheit wird auf diesem Wege Die heißentflammte Wählerschar; Und wieder Nachbar und Kollege Ist, wer noch gestern Schurke war. Ludwig Thoma
Als Kain den Abel umgebracht, Zum Himmel dampft das Blut. Es ward ein starker Lärm gemacht, Und Gott geriet in Wut. Die Engel wurden watschelnaß, So haben sie geflennt. Und Gott hat Kain in grimmen Haß Ein Zeichen aufgebrennt.
Mama schöpft aus dem Punschgefäße,Der Vater lüftet das GesäßeUnd spricht: „Jetzt sind es vier MinutenNur mehr bis zwölfe, meine Guten. Ich weiß, dass ihr mit mir empfindet,Wie dieses alte Jahr entschwindet,Und daß ihr Gott in seinen Werken– Mama, den Punsch noch was verstärken! – Und dass ihr Gott von Herzen danket,Auch in der Liebe nimmer
Und nun, wenn alle Uhren schlagen,So haben wir uns was zu sagen,Was feierlich und hoffnungsvollDie ernste Stunde weihen soll. Zuerst ein Prosit in der Runde!Ein helles, und aus frohem Munde!Ward nicht erreicht ein jedes Ziel,Wir leben doch, und das ist viel. Noch einen Blick dem alten Jahre,Dann legt es auf die Totenbahre!Ein neues grünt im
Voll Verwunderung steht die Henne vor dem ersten Ei und den Kopf bedächtig schüttelnd denkt sie mancherlei. Es ist nicht bloß die weiße Farbe, die sie wunder nahm, wenn sie denkt, wie es gekommen und woraus es kam. Ludwig Thoma