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Sprüche, Gedichte, Zitate

Am Morgen | Gedicht von Heinrich Seidel

Da ich schlafen ging mit Sorgen,Bin ich frohen Muths erwacht –Rosig blüht der junge MorgenAus dem dunklen Kelch der Nacht. Was mich gestern wollte kränken,Scheint mir heut gering und klein,Da mich lehrte anders denkenMorgenroth und Sonnenschein. Was das Dunkel mir verborgen,Leuchtet jetzt in goldner Pracht –Rosig blüht der junge MorgenAus dem dunklen Kelch der Nacht.

Die letzte Nacht

Wir gingen durch den weißen Sand, Langsam, im letzten Sonnenbrand, Die Wellen kamen sachte, sacht, Und auf den Wellen kam die Nacht.

Am Abend

Sinkt der Tag in Abendgluthen,Schwimmt das Thal in Nebelfluthen. Heimlich aus der HimmelsferneBlinken schon die goldnen Sterne. Flieg zu Nest und schwimm zum Hafen!Gute Nacht, die Welt will schlafen! Heinrich Seidel

Abendlied an die Natur

Hüll’ ein mich in die grünen Decken, Mit deinem Säuseln sing mich ein, Bei guter Zeit magst du mich wecken Mit deines Tages jungem Schein! Ich hab mich müd in dir ergangen, Mein Aug’ ist matt von deiner Pracht. Nun ist mein einziges Verlangen, Im Traum zu ruhn, in deiner Nacht.