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Sprüche, Gedichte, Zitate

Pfingsten (Pfingstgedicht von Otto Julius Bierbaum)

Denn der heilige Geist ist ausgegossen In den glutenbunten Tulpenflammen, Und er heißt: Seid fröhlich, Menschenkinder! Jede Blume, glorienumflossen, Ist, dem Haupt Mariens gleich, ein Abbild Milder, tiefer, süßer Gottesliebe … Denn der heilige Geist ist ausgegossen. Zwischen Tulpenflammen und Narzissen Springen unter schweren Fliederbüschen Kleine Mädchen losen Haars im Garten. Lerne, Herz! Die kleinen

Zum rechten Sinn einer Reise gehört …

Zum rechten Sinn einer Reise gehört, dass sie etwas Mühe erfordert. Wirklich köstlich wird sie erst, wenn sie den Reiz des Abenteuerlichen hat. Die Handwerksburschen reisen immer noch am sinnvollsten. Otto Julius Bierbaum

Schneelied zu Weihnachten – Gedicht von Otto Julius Bierbaum

Du trittst mich, singt der Schnee,Mir aber tuts nicht weh:Ich knirsche nicht, ich singe;Dein Fuß ist wie der Bogenstrich,Dass meine Seele klinge.Hör und verstehe mich -:Getreten singe ich,Und nichts als frohe Dinge.Denn, die getreten sind,Wissen, es kam ein Kind,Gar sehr geringe,In einem Stall zur Welt:Das hat sein Herz wie ein leuchtendes LichtIn große Finsternis gestellt.

Eisblumen zu Weihnachten – Gedicht von Otto Julius Bierbaum

Das unfruchtbare Eis, kalt, panzerglatt,Verhärtet Leben, das dem Tode dient,Der sich, der Farblose, mit ihm umschient –Das Eis, das keine Seele hat,Das unbewegte, allen Lebens Bann: Das starre Eis selbst ist nicht tot.In ihm auch wirkt gestaltendes Gebot,Der Schönheit Triebkraft ward auch ihm:Es setzt geheimnisvolle Blüten an,Und Schwingenrispen, wie dem SeraphimGefiederüppig sie aus Schulternrund,Gekraust, geschwungen,