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Sprüche, Gedichte, Zitate

Hafenbar

In die Bar zum „Blanken Hans“ Gehn Matrosen gern zum Tanz, Um bei Shanty-Weisen Frauen aufzureißen. Und da liegen sakrosankt Ab und zu die Nerven blank, Streiten rauhe Kerle Sich um eine Perle.

Springflutmond

Am Abend setzte Regen ein, Und wusch die Stadt von Menschen leer. Wir ließen Wetter Wetter sein Und strichen durch das Häusermeer. Im Innern brandete ein Wort Und lief sich an dem Schweigen tot. Von See her böte rauer Wind Und irgendwo ging irgendwas Zu Bruch im Springflutmondenschein. Hans Munch

Orange

Orange, oh Orange, Du lässt mir keine Chance. Will ich dich still genießen, Den Tag mir zu versüßen, Muss ich dich bitter quälen, Und aus der Haut dich schälen. Da liegst du splitternackt, Dass mich das Mitleid packt, Und ich dich an mich presse (Und stückchenweise fresse). Hans Munch

Lange Weile

Er sitzt da. Aus Langeweile Weilt er, weilt wie unter Zwang. Dreht sich manchmal ohne Eile, Und fehlt eine Weile lang. Kehrt alsbald zurück ans Fenster, Wo er sich bequem verschrägt, Und vertreibt die Taggespenster Bis die Turmuhr Abend schlägt. Hans Munch

Null

Sie denkt im Grund gering von sich, Kreist stets um eine innre Leere. Und wünscht sich einzig nur dass der, Dem sie an Wert verleiht, sie ehre. Hans Munch

Flügge

Sekunde um Sekunde tropft Und fällt hinab ins Zeitenmeer. Und jeder Herzschlag, der da klopft, Verhallt im Raum und ist nicht mehr. Was Herzschlag und Sekunde trug, War der gefühlte Augenblick. Daraus wuchs dir aus Leid und Glück Das Federkleid zu deinem Flug. Hans Munch

Glück und Glas

Geborsten liegt dein Glück in bunten Scherben, Und fragend nimmst du eine in die Hand. Du blickst sie an und meinst, du müsstest sterben. Dabei könnt sie im Licht die Welt dir färben, Und was dein Herz zuvor als trist empfand. Hans Munch

Erhöht

Siehst du die Kreuze dort im Tal? Sie tragen Nam‘ und Jahreszahl. Einsam das Kreuz auf Berges Spitze, Trägt schwer am Mal der Feuerblitze. Hans Munch