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Sprüche, Gedichte, Zitate

Verschmähte

Manch wilde Blume blühte Am staubgen Feldesrand, Und blieb ob ihrer Schlichte, Dir leichthin unbekannt. Sahst nur im Beet die Rosen Im süßen Dufte stehn. Doch jene Unscheinbare, Musst ungeliebt vergehn. Dabei wollt sie dir sagen, Dass sie nur dir geblüht, Und sich in stiller Anmut, Um deine Gunst bemüht. Hans Munch

Leidens Sinn

Das Los trifft dich mit gleicher Härte, Ob du an IHN glaubst oder nicht. Doch dem der glaubt, schlägt’s eine Fährte, An der es anderem gebricht. Hans Munch

memento mori

Am Tisch vorm Fenster lag ein Blatt, das mir der Wind hereingetragen. Ihm eingebrannt schien ein Poem aus wechselvollen Lebenstagen. Ich las vom Knospen und vom Grünen, von Sonne, Regen, Sturm und Ruh. Vom Schmerz des voneinander Lösens, vom Fall und jenem immerzu … Hans Munch

wund

Das Leiblein ausgerupft, die Blättlein abgezupft, lagst du vor mir. Ich hob dich auf vom Grund und war von dir so wund. Du starbst! Wofür? Hans Munch

Nebelmann

Wenn die Sonne kurz nach Mittag hinterm Grat entflieht, und in Lärchenzweigen bange Wehmut schaukelt, wenn der Rauch in Schwaden abends über Dächer zieht, hat dein Herz dir längstens Sommer vorgegaukelt.