Gehabt euch wohl, ihr Freunde,Ihr bleibt in Vaters Haus:Wir ziehn in fremde Lande,Wir ziehn wohl weit hinaus. Zum Himmel mögt ihr flehen,Gehn wir zu Kampf und Streit;Doch fleht ihn nicht um Gnade,Nur um Gerechtigkeit. Laßt uns noch treu umarmen,Ehs uns zu scheiden treibt:Wer weiß, wer wiederkehret,Wer weiß, wer dorten bleibt? Vielleicht sind unsre TageVom nahen
Sie trug ein Band in Haaren,Das flatterte durch die Luft,Am Busen barg sie Rosen,Die spendeten würzigen Duft. Vom Busen gib mir die Rosen,Oder gib mir das Band im Haar,Oder gib mir die Haare selber,Oder gib mir den Busen gar! Vom Bande flicht mir Fesseln,Von Rosen den bräutlichen Kranz,Ein Ringlein winde von Haaren,Aber schenke dein Herz
Bist du der Freund, weil du mein Herz gewinnest?Bist du die Schlange, weil du stets entrinnest?Bist du die Seidenraupe, weil du sachteMit feinen, starken Fäden mich umspinnest?Bist du der Strom, weil unerschöpflich dunkelDu Well in Welle durcheinander rinnest?Bist du der Mond, weil du mit großem AugeDie Welt in klaren Nächten übersinnest?Bist du die fromme Nachtigall
Fänd ich doch auf irdscher Flur,Fänd ich doch die Liebe nur,Die ich liebend denke,Daß in sie der irre GeistDer sich wild durch Welten reißt,Liebevoll versänke.Oder nur ein teures Bild,Das aus Himmelshöhen mildMir sich nieder neigte,Auf den Pfad, von ihm erhellt,Aufwärts aus der dunklen WeltMeinen Flug mir zeigte! August von Platen
Konnt ich doch sonst mich auferbauen,Den lustigen Lauf der Welt beschauen,Nun hör ich die politischen SchellenMir ewig vor den Ohren gellen,Das Kleinste seh ich zuhöchst sich schwingen,Als wolle der Staat die Welt verschlingen! Wie fühl ich frei mich und beglückt,Daß man noch Blumen auf Wiesen pflückt,(In Gärten will sich’s nicht mehr schicken,Auch nur ein Blättchen
Wenn ihr suchet ohne Wanken,was das Leben kann erfrischen,bleiben jung auch die Gedanken;weil sie ewig jung nur zwischen Hoffen und Erfüllen schwanken. August von Platen
Die Liebe scheint die zarteste der Triebe,das wissen selbst die Blinden und die Tauben;ich aber weiß, was wenige Menschen glauben:dass wahre Freundschaft zarter ist als Liebe. August von Platen
Wenn ihr suchet ohne Wanken,was das Leben kann erfrischen,bleiben jung auch die Gedanken;weil sie ewig jung nur zwischen Hoffen und Erfüllen schwanken. August von Platen