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    Weihnachtstexte



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    Der kleine Ritter am Weihnachtsmorgen – Weihnachtsgedicht / Gedicht von Gustav Falke

    Hurra, mein neues Steckenpferd
    hat feine flinke Beine!
    Nun kauf ich mir ein großes Schwert
    und reite ganz alleine.

    Und reite, wie der Sturmwind weht,
    rund dreimal um den Garten,
    und wo der große Schneemann steht,
    da muß mein Rößlein warten.
    Nun komm mal her aus deiner Burg!
    Dein Besen macht mich lachen.
    Ich hau dich einfach mittendurch:
    dann kannst du nichts mehr machen.

    Da liegst du nun, du Goliath,
    auf deiner weißen Nase,
    und ich reit nach der nächsten Stadt,
    reit vor das Tor und blase:
    Herr König, euer Feind ist tot;
    mit großem Grimme focht er.
    Mein gutes Schwert bracht ihn in Not.
    Nun gebt mir eure Tochter.
    Herein, Herr Ritter, kommt herein
    mit Trommeln und Parade,
    und morgen soll die Hochzeit sein,
    dann gibt es Schokolade.

    Gustav Falke

    Zu Weihnachten – Gedicht / Weihnachtsgedicht von Victor Blüthgen

    Das ist der liebe Weihnachtsbaum.
    Ja solch ein Baum!
    Der grünt bei Schnee, der glänzt bei Nacht
    wie die himmlische Pracht,
    trägt alle Jahre seine Last,
    Äpfel und Nüsse am selben Ast,
    Zuckerwerk obendrein –
    so müssten alle Bäume sein!
    Nun hat ihn gebracht der Weihnachtsmann,
    drei Kinder steh’n und seh’n ihn an.
    Das erste spricht:
    „Der ist doch Weihnacht das Schönste, nicht?“
    Das andre: „Woher an Äpfeln und Nüssen
    Gold und Silber wohl kommen müssen?
    Ich denk mir, das Christkind fasste sie an,
    gleich war Gold oder Silber dran.“
    Das dritte: „Christkind müßte einmal
    den ganzen Wald so putzen im Tal;
    dann würde gleich aller Schnee zergeh’n,
    und dann – das gäb ein Spazierengeh’n!“

    Victor Blüthgen

    Vor Weihnacht – Weihnachtsgedicht / Gedicht von Karl Gerok

    Die Kindlein sitzen im Zimmer
    – Weihnachten ist nicht mehr weit –
    bei traulichem Lampenschimmer
    und jubeln: „Es schneit, es schneit!“

    Das leichte Flockengewimmel,
    es schwebt durch die dämmernde Nacht
    herunter vom hohen Himmel
    vorüber am Fenster so sacht.

    Und wo ein Flöckchen im Tanze
    den Scheiben vorüberschweift,
    da flimmert’s in silbernem Glanze,
    vom Lichte der Lampe bestreift.

    Die Kindlein sehn’s mit Frohlocken,
    sie drängen ans Fenster sich dicht,
    sie verfolgen die silbernen Flocken,
    die Mutter lächelt und spricht:

    „Wißt, Kinder, die Engelein schneidern
    im Himmel jetzt früh und spät;
    an Puppenbettchen und Kleidern
    wird auf Weihnachten genäht.

    Da fällt von Säckchen und Röckchen
    manch silberner Flitter beiseit,
    von Bettchen manch Federflöckchen;
    auf Erden sagt man: es schneit.

    Und seid ihr lieb und vernünftig,
    ist manches für euch auch bestellt;
    wer weiß, was Schönes euch künftig
    vom Tische der Engelein fällt!“

    Die Mutter spricht’s; – vor Entzücken
    den Kleinen das Herz da lacht;
    sie träumen mit seligen Blicken
    hinaus in die zaubrische Nacht.

    Karl Gerok

    Weihnacht – Gedicht / Weihnachtsverse von Luise Egloff

    Es zieht empor mich zu des Vaters Milde,
    Ich sinke hin vor meines Schöpfers Thron.
    Und mich umstrahlt im lieblichen Gebilde
    Der Welterlöser, Gott und Gottes Sohn.
    Er stieg herab aus Edens Lichtgefilde:
    So lehrt dich, Christ, die Stimm‘ der Religion;
    So seh‘ ich ihn vor meiner Seele schweben,
    Und mich durchströmt der Hoffnung neues Leben.

    Der Engel naht sich Segen zu verkünden
    Den frommen Hirten, die im Morgenglanz
    In einer Krippe ihren Heiland finden,
    Und ihn begrüßen mit dem Liebeskranz.
    Das Reich der Sünde sehen sie verschwinden,
    Es weiht ein Opfer sich der Menschheit ganz:
    Ein heller Stern mit freundlichem Erbarmen
    Glänzt aus Marias treuen Mutterarmen.

    Die reine Jungfrau nur ist die Erwählte,
    Die Gott zur Mutter seines Sohns gemacht;
    Sie, deren Brust der Tugend Glut beseelte,
    Zieht auch von uns der Laster schwarze Nacht.
    Du, der die klare Unschuld sich vermählte,
    Erfreust dich jetzt in Paradieses Pracht!
    O steh‘ uns bei, dass wir des Vaters Willen
    Mit Freundlichkeit, in allem treu, erfüllen!

    Sei unsre Mutter bei der hohen Liebe,
    Mit der dein Sohn der Menschheit sich geweiht!
    Und wird auch oft der heitre Himmel trübe,
    Sei du die Sonne, die uns sanft erfreut!
    O dass dein Bild uns immer heilig bliebe!
    Wenn unsre Bahn mit Wermut sich bestreut,
    Lass uns, Verklärte, deine Tugend strahlen!
    Sie möge sich in unsern Herzen malen!

    O großer Heiland, mild uns zu beglücken,
    Verließest du des Vaters Sternenzelt.
    „Kommt, meine Kinder! ich will euch erquicken!“
    So tönt dein Ruf voll Segen durch die Welt.
    „Der Tugend Rose soll der Mensch sich pflücken!“
    Du warst das Licht, das seinen Pfad erhellt;
    Er schöpfte Kraft aus deiner Himmelsgüte,
    Die ihm zur Wonne unvergänglich blühte.

    Am armen Stall zu Bethlehem geboren
    Entbehrst du freudig Glanz und Herrlichkeit!
    Dich, den zum König Engel sich erkohren,
    Führt Menschenliebe in den Strom der Zeit,
    Zu dessen Abgrund sich die Welt verloren;
    Sie aufzurichten warst du stets bereit.
    Nicht achtest du des Lebens trübe Stunden,
    Heilst du nur leibreich tief geschlag’ne Wunden!

    Wer will empor zu deiner Huld sich schwingen,
    Die immer neu und strahlend sich erhebt?
    Kein Sterblicher kann in die Liebe dringen,
    Mit der dein Geist ihn zu veredeln strebt.
    Und müssen wir auch mit dem Schicksal ringen:
    Welch‘ schönen Trost, der dann das Herz belebt,
    Gibt Jesus uns, der seinen Thron verlassen,
    Mit hohem Gnadenlicht uns zu umfassen.

    Stark will als Mensch die Schwachheit er besiegen,
    In die uns der Versuchung Macht gelegt,
    Der wie so oft im schweren Kampf erliegen,
    Weil sich im Busen wenig Glauben regt.
    Nur er gibt Stärke, lehrt die Kniee biegen
    Vor Gott, der kein Vertrauen niederschlägt,
    Vor unserm Heiland, dessen reine Lehren
    Der Tugend Keim in unsrer Seele nähren.

    So will ich heut‘, Erlöser, niedersinken,
    Durchdrungen von des Dankes Allgewalt:
    Soll ich auch einst den Kelch der Leiden trinken,
    O! so umschwebet mich deine Lichtgestalt!
    Und freundlich wird mir deine Liebe winken,
    Bis meine Seele freu hinüberwallt
    Zu dir, o Jesus, der mit Huld sie segnet,
    Und liebevoll ihr jenseits dann begegnet!

    Luise Egloff

    Erwartung der Weihnacht – Gedicht von Otto Ernst

    Noch eine Nacht und aus den Lüften
    Herniederströmt das goldne Licht
    Der wundersamen Weihnachtsfreude,
    Verklärend jedes Ungesicht.
    Und wieder klingt die alte Sage:
    Wie einst die Lieb´ geboren ward,
    Die unbegrenzte Menschenliebe
    In einem Kindlein hold und zart.

    Nun zieht ein süß erschauernd Ahnen
    Durch Höhn und Tiefen, Flur und Feld.
    Nun deckt geheimnisvoll ein Schleier
    Des trauten Heimes kleine Welt.
    Dahinter strahlt´s und lacht´s und flimmert´s
    Und ist der süßen Rätsel voll,
    Durch alle Räume weht ein Odem
    Der Freunde, die da kommen soll.

    Und draußen nicken Bäum´ und Büsche
    So leis´ winterklarer Luft:
    Die Kunde kommt, dass neues Leben
    Sich wieder regt in tiefer Gruft.
    Es knarrt die Eiche vor dem Fenster,
    Sie träumt von langer Zeiten Lauf;
    Da steigt wohl auch ein froh´ Erinnern
    In ihre Krone still hinauf.

    O weilt, ihr jugendschönen Stunden,
    Verweile du, der Hoffnung Glück!
    Vermöcht´ ich´s nur: mit allen Kräften
    Der Seele hielt´ ich dich zurück.
    Ihr süßen Träume es Erwartens,
    Der Wunder und Gedicht voll,
    Ihr seid noch schöner als der Jubel,
    die Freude, die da kommen soll.

    Otto Ernst

    Weihnacht der Seele – Gedicht von Friedrich Emil Rittershaus

    Wohl jauchzt das Herz in sel´ger Wonne,
    Wenn es der Freuden Hauch umweht,
    Wenn seines Glückes gold´ne Sonne
    Am Himmel seines Lebens steht;
    Doch nicht am Tag der duft´gen Blüte,
    Nicht in der Sommerzeit Verlauf
    Geht in dem innersten Gemüte
    Der Stern des wahren Friedens auf.

    Es kommt ein Tag – er kommt für Jeden! –
    Wo jählings Dir Dein Traum zerreißt!
    In Trümmer stürzt Dein selig´ Eden
    Und Du bist elend, arm, verwaist.
    O, wenn die schönen Tage scheiden
    Und, wenn Dich alle Lust verlässt,
    Dann, in der Winterzeit der Leiden,
    Dann kommt heran Dein Weihnachtsfest!

    Wenn Dir die Teufel alle fluchen,
    Wenn Du vom Drang des Schmerzes matt,
    Dann wirst Du jenen Heiland suchen,
    Der in Dir selbst die Wohnung hat,
    Und finden wirst in dunkler Stunde
    Du Deines Lebens besten Schatz,
    Hast Du bewahrt im Herzensgrunde
    Nur e i n e n unentweihten Platz!

    Dann kommt die rechte Weihnachtsfeier;
    Dann wirst Du recht die Welt versteh´n,
    Und schmerzgeläutert, edler, freier
    Als jemals durch das Leben geh´n,
    Und, neugeboren aus den Sorgen,
    Aus Gram und Not, aus Qual und Pein
    Erkennst Du: in Dir selbst verborgen,
    Da liegt der schönste Edelstein!

    Friedrich Emil Rittershaus

    De Kojees kümmt | Plattdeutsches Gedicht

    Lütt viertel Stünn kannt wohl noch duern
    hett Modder eben segt.
    He kümmt nu glich man got dat Lueern
    dat is mi gornich recht.

    Ick heff jo grad keen Angst dit Jahr
    Angst hebt blots de Görn.
    Ick bin man bang dat geiht nich klor
    ick krieg den Wind von vörn.

    Wenn he dat blots nich marken deiht
    min Strümp sind klitschnat.
    Bin dreemal öbern Graben neiht
    und dor, do knacker dat.

    Wenn de Kojees dat blots nich süht
    min Büx is achter twei.
    Achwat, ick sett mi hin
    und denn is dat eenerlei.

    Und wenn he in in de Döns rin kiekt:
    Na mokt de Jung sik goot?
    Und Vadder segt: He hett sik schiekt.
    Dann krieg ick jowohl Moot.

    Und rappel mien Gebet gan her
    as wenn ick obdreiht bün.
    Und denn, denn mutt ick an de Dör,
    dor mut ick denn man hin.

    Und Vadder süht von achter mi
    und süht min tweie Büx.
    Ne ne Kojees, goh man vörbie,
    ick bruk dit Johr noch nix.

    Autor unbekannt (leider)

    Aufgeregtes Weihnachtssprüchlein – lustiges Weihnachtsgedicht

    Von drauß vom Walde komm ich her,
    ich bin ein kleiner Mann.
    Knecht Ruprecht, ich will artig sein
    mit Mandeln drum und dran.
    Lustig,lustig.trallali …
    Nein. So stimmt das Sprüchlein nie!

    Verschneit liegt rings die ganze Welt,
    und das bei Wind und Wetter.
    Du lieber, guter Weihnachtsmann,
    wie treu sind deine Blätter.
    Lustig, lustig, trallali …
    Dieser Vers – der stimmt doch nie!

    Alle, alle Jahre wieder
    steigt das Büblein auf den Baum,
    sogar im Winter, wenn es schneit.
    Oh holder, süßer Traum.
    Lustig, lustig, trallalum …
    Das war wieder falsch und dumm!

    Jetzt kann ich ihn, den Weihnachtsspruch!
    Hört alle, alle zu:
    Ich bin kein Pfefferkuchenmann,
    will keine Mäh und Muh.
    Ich komme nicht vom Himmel her
    und bin auch nicht verhext.
    Ich merke mir nur leider schwer
    den rechten Weihnachtstext.
    Darum will ich nicht länger mehr
    mein langes Sprüchlein leiern.
    Nur eins ist wichtig: Denkt daran,
    warum wir Weihnacht feiern.

    Autor unbekannt

    Weihnachten frisch und gesund – Gedicht / Weihnachtsgedicht von Friedrich Rückert

    Weihnachten frisch und gesund
    Im frohen Geschwisterrund,
    Am Neujahr mit blassem Mund,
    An den drei Kön’gen im Grund.

    So taten die Feste sich kund
    Mit Tod und Grab im Bund.
    Mein Herz bleibt bis Ostern wund
    Und wird nicht bis Pfingsten gesund.

    Friedrich Rückert

    Vorfreude auf Weihnachten – Gedicht / Weihnachtsgedicht von Joachim Ringelnatz

    Ein Kind – von einem Schiefertafelschwämmchen
    Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.
    Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,
    Dann blüht er Flämmchen.
    Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
    Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln.
    Wer nicht mehr Flämmchen hat,
    wem nur noch Fünkchen glimmt,
    Wird dann noch gütig lächeln.
    Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
    Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr!
    Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.
    Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.

    Joachim Ringelnatz

    Fröhliche Weihnacht überall

    Fröhliche Weihnacht! Überall
    Tönet durch die Lüfte froher Schall.
    Weihnachtston, Weihnachtsbaum,
    Weihnachtsduft in jedem Raum!

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    Glöckchen klingt von Haus zu Haus, heute kommt St. Nikolaus! Kommt durch Schnee, kommt durch Wind, kommt zu jedem braven Kind!

    Glöckchen klingt von Haus zu Haus,
    heute kommt St. Nikolaus!
    Kommt durch Schnee, kommt durch Wind,
    kommt zu jedem braven Kind!




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