Holde Liebe, welchen Jüngling du Dir zum Freund erkoren, Dem wird jeder Augenblick zur Ruh Und zum Glück geboren! Fröhlich sieht sein blühendes Gesicht Jeden Tag entstehen; Fröhlich sieht er ihn im Purpurlicht Wieder untergehen.
Der fromme Damon dauert mich Von ganzem Herzen; Er härmt sich ab, und kümmert sich Mit Liebesschmerzen. Wie Sommerrosen welkt er hin: Doch weinen kann ich nur um ihn.
Bald ist die Winternacht dahin, Die kalten Nebelwolken fliehn, Und heller lacht die Sonne. Bald weckt der Lenz in Hain und Flur Die starre, schlummernde Natur Zu langentbehrter Wonne.
Der Abend wallt, mit süßer Ruh, Von Taugewölken nieder; Die bunte Tulpe schließt sich zu, Der Hain vergißt der Lieder. Nur von beglückter Liebe singt Noch meine Philomele, Und ach! ein Sehnsuchtsseufzer dringt Mir schmachtend aus der Seele.
Ich habe sie gesehen! Sie stand am Rosenbusch mit ihm. Vertraulich war Ihr Blick, und Zärtlichkeit darin. Da bebt‘ ich blass vorüber; Die falsche Seele barg sich mir, Ihr Busen schlug, Wie er nur Sündern schlagen kann.