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    Rainer Maria Rilke



    Zitate, Texte, Gedichte, Sprüche von Rainer Maria Rilke (1875-1926, voller Name René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke), Lyriker.


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    Wieder duftet der Wald

    Wieder duftet der Wald.
    Es heben die schwebenden Lerchen
    mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern
    schwer war,

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    Sei jedem

    Sei jedem Abschied voraus!

    Rainer Maria Rilke

    Nachtgedanken

    Weltenweiter Wanderer,
    Walle fort in Ruh …
    Also kennt kein anderer
    Menschenleid wie -du.

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    Rose, du thronende, denen im Altertume

    Rose, du thronende, denen im Altertume
    warst du ein Kelch mit einfachem Rand.
    Uns aber bist du die volle zahllose Blume,
    der unerschöpfliche Gegenstand.

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    Denn das ist Schuld

    Denn das ist Schuld, wenn irgendeines Schuld ist:
    die Freiheit eines Lieben nicht vermehren
    um alle Freiheit, die man in sich aufbringt.
    Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies:

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    Wie rief ich dich …

    Wie rief ich dich. Das sind die stummen Rufe,
    die in mir süß geworden sind.
    Nun stoß ich in dich Stufe ein um Stufe
    und heiter steigt mein Samen wie ein Kind.

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    Sieh, wie sie zueinander erwachsen: in ihren Adern wird alles Geist

    Sieh, wie sie zueinander erwachsen:
    in ihren Adern wird alles Geist.
    Ihre Gestalten beben wie Achsen,
    um die es heiß und hinreißend kreist.

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    Der Kaffee raucht

    Der Löffel ruht im einsamen Gestade,
    Der Kaffee raucht, sein Dunst durchbricht den Blick.
    Die stille Glut gibt Trost mir fade
    Allein die Milch verspricht ein kurzes Glück.

    Thomas P. Birkhoff dichtet im Stil von Rainer Maria Rilke

    Die Heiligen drei Könige Legende – Gedicht von Rainer Maria Rilke

    Einst als am Saum der Wüsten sich
    auftat die Hand des Herrn
    wie eine Frucht, die sommerlich
    verkündet ihren Kern,
    da war ein Wunder: Fern
    erkannten und begrüßten sich
    drei Könige und ein Stern.
    Drei Könige von Unterwegs
    und der Stern Überall,
    die zogen alle (überlegs!)
    so rechts ein Rex und links ein Rex
    zu einem stillen Stall.
    Was brachten die nicht alles mit
    zum Stall von Bethlehem!
    Weithin erklirrte jeder Schritt,
    und der auf einem Rappen ritt,
    saß samten und bequem.
    Und der zu seiner Rechten ging,
    der war ein goldner Mann,
    und der zu seiner Linken fing
    mit Schwung und Schwing
    und Klang und Kling
    aus einem runden Silberding,
    das wiegend und in Ringen hing,
    ganz blau zu rauchen an.
    Da lachte der Stern Überall
    so seltsam über sie,
    und lief voraus und stand am Stall
    und sagte zu Marie:
    Da bring ich eine Wanderschaft
    aus vieler Fremde her.
    Drei Könige mit magenkraft*,
    von Gold und Topas schwer
    und dunkel, tumb und heidenhaft,
    erschrick mir nicht zu sehr.
    Sie haben alle drei zuhaus
    zwölf Töchter, keinen Sohn,
    so bitten sie sich deinen aus
    als Sonne ihres Himmelblaus
    und Trost für ihren Thron.
    Doch musst du nicht gleich glauben: bloß
    ein Funkelfürst und Heidenscheich
    sei deines Sohnes Los.
    Bedenk, der Weg ist groß.
    Sie wandern lange, Hirten gleich,
    inzwischen fällt ihr reifes Reich
    weiß Gott wem in den Schoß.
    Und während hier, wie Westwind warm,
    der Ochs ihr Ohr umschnaubt,
    sind sie vielleicht schon alle arm
    und so wie ohne Haupt.
    Drum mach mit deinem Lächeln licht
    die Wirrnis, die sie sind,
    und wende du dein Angesicht
    nach Aufgang und dein Kind;
    dort liegt in blauen Linien,
    was jeder dir verließ:
    Smaragda und Rubinien
    und die Tale von Türkis.

    Rainer Maria Rilke

    Denn wir sind nur die Schale und das Blatt

    Denn wir sind nur die Schale und das Blatt.

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    Eine gute Ehe ist die

    Eine gute Ehe ist die,
    in der der eine den anderen zum Schutzengel
    seiner Einsamkeit bestellt.

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    Auch ist mir kein Weihnachten, wo es auch war, vergangen, ohne dass es hinter meinen geschlossenen Augen für eine Sekunde unbeschreiblich hell wurde. (Rainer Maria Rilke)

    Auch ist mir kein Weihnachten, wo es auch war, vergangen,
    ohne dass es hinter meinen geschlossenen Augen
    für eine Sekunde unbeschreiblich hell wurde.

    Rainer Maria Rilke




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