Und dräut der Winter noch so sehr
mit trotzigen Gebärden;
Wintergedichte
Frostige winterliche Gedichte rund um den Winter, kurze wie auch lange schöne Wintergedichte, Schnee, Frost, Wintergedicht, Gedicht rund um die vierte Jahreszeit.
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Alles auf Erden hat seine Zeit,
Frühling und Winter,
Freude und Leid
Autor unbekannt
Wenn der Schnee ans Fenster fällt,
lang die Abendglocke läutet,
vielen ist der Tisch bereitet
und das Haus ist wohlbestellt.
Mancher auf der Wanderschaft
kommt ans Tor auf dunklen Pfaden.
Golden blüht der Baum der Gnaden
aus der Erde kühlem Saft.
Wanderer tritt still herein;
Schmerz versteinerte die Schwelle.
Da erglänzt in reiner Helle
auf dem Tische Brot und Wein.
Georg Trakl
Uns hat der Winter überall Schaden zugefügt. Heide und Wald,
wo manch Stimme gar süß erklang, sind beide nun fahl.
Sähe ich erst wieder die Mädchen auf der Straße Ball spielen!
dann käme auch der Vögel Gesang zurück.
In jedem Winter
steckt ein zitternder Frühling,
und hinter dem Schleier jeder Nacht
verbirgt sich ein lächelnder Morgen.
Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muss d o c h Frühling werden.
Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab nichts, was mich freuet,
Verlassen steht ein Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.
Es ist ein Schnee gefallen,
hat alles Graue zugedeckt,
die Bäume nur gen Himmel nicht;
bald trinkt den Schnee das Sonnenlicht,
Das Feld ist weiß, so blank und rein,
Vergoldet von der Sonne Schein,
Die blaue Luft ist stille;
Hell, wie Kristall
Blinkt überall
Der Fluren Silberhülle.
Schneeglöckchen
Und ich sage euch,
keine Siegespalme, kein Baum der Erkenntnis, kein Ruhmeslorbeer
ist schöner als dieser weiße, zarte Kelch am blassen Stengel,
der im frostigen Wind schaukelt…
Karel Capek (1890-1928)
(aus: Das Jahr des Gärtners)
Der Frost hat mir bereifet des Hauses Dach;
Doch warm ist mir’s geblieben im Wohngemach.
Der Winter hat die Scheitel mir weiß gedeckt;
Doch fließt das Blut, das rote, durchs Herzgemach.
Im Winterboden schläft, ein Blumenkeim,
Der Schmetterling, der einst um Busch und Hügel
In Frühlingsnächten wiegt den samtnen Flügel;
Nie soll er kosten deinen Honigseim.
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