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Sprüche, Gedichte, Zitate

Abrakadabra – Hokus Pokus Fidibus (von Olaf Lüken)

Zwar nichts wissen, aber glauben, heißt ganz richtig – Aberglauben. Teufel, Hexen, weise Frauen, können in die Zukunft schauen. Lieber Esel strecke dich, dass dein Esstisch fülle sich. Ketzer, Seher und Hebammen, dürfen die „13“ nicht verdammen. Sternengucker, Hostienschänder, Wundersteine, schwarze Bänder, Katzen, Leiter und Hufeisen, durch die Welt des Fetischs reisen. Was ist Glauben,

Das Alter

Das Alter Gehör zur Liga alter Knaben, die den Kindskopf in sich haben. Bin manchmal etwas wetterwendisch, manchmal kindlich, manchmal kindisch. Liegt Wahrheit nicht im roten Wein ? Dann darf auch ich betrunken sein. Wunderbar schmeckt Bacchus‘ Gabe. Ich trinke Geist und hab die Labe. Ic Auf der Straße: „Na, alter Knabe ? Der Lack

Regen ein Gedicht von Olaf Lüken

Regen Starr stehe ich. Mitten im Regen, Stromfluten auf Straßen und Wegen. Der Regen prasselt. Ärgerlich. Ich kann kaum atmen. Fürchterlich. Wasser fließt über’s ganze Gesicht. Es flimmert. Ich sehe kein Tageslicht. Aus dem Wasser steigt das Leben. Dünste erreichen Himmelshöhn. Gewitter leuchten, welch ein Segen. Es schüttet und schwallt, hör auch Gestöhn. Nass und

Zusammen sind wir bärenstark

Ich, ´ne arme Reblaus im Wein, bin nicht stark, solang ich allein, um diesen großen Rebenbaum, in einem Leben zu verdaun. Meine Kumpel, hier im Revier, sie stehen ewig treu zu mir und helfen mir gern, ganz gewiss, mit einem guten Rebstockbiss. Die Weinstöcke mutig fällen, das geht nicht ohne Gesellen. Wir beißen den Stock,

Palmsonntag in Hövelhof

Palmsonntag in der Sennegemeinde. Ein Städtchen leuchtet in strahlendem Weiß. Augen glänzen erwartungsfroh. Die Sonnenschirme vor dem kleinen Café werfen Schatten auf Tische und Bänke. Frisch ist der Saft im irdenen Krug. Der Himmel über den Föhren, ein stählernes Blau, ist wolkenfrei. Gegen den Stamm hämmert ein Buntspecht. Dann ist alles still. Gottesfrieden überall. Mittagszeit

Frühling in der Senne

Ganz oben auf dem Birkenast, Ein Vogel den Frühling verkündet. Sein Lied klingt fröhlich und klar, Die kalte Welt ruck zuck verschwindet. Vorbei der Schnee, es wächst das Gras, Krokusse farbenreich blühen, Die ganze weite Sennewelt Lässt ihre Frühlingsblumen glühen. Ein Vogel kündigt den Frühling an, Die Welt wird heller, von Tag zu Tag. Die

Ein armes, altes Mütterchen

Sie ist verarmt, ja obdachfrei, die Kleider alt und sehr verschlissen, trägt schwere Bündel – mehr als zwei, die Nägel sind leicht eingerissen. Es schmerzt ihre jeder Atemzug. Das Herz mit Sorgen sehr beschwert. Die Krücken, die sie bei sich trug, sind keinen einzigen Euro wert. Burschen hatten unverhohlen, bei einer üblen Rauferei, beide Krücken

Der Wissenschaftsjournalist

Er will mein Wissen klug vermehren, erklärt, präzisiert, immerfort, ist bei den Forschern stets vor Ort, kann uns die Welt zeitnah erklären. Er führt sehr gern ein gewichtig Wort, will glänzen mit fremden Lehren, träumt von Journalismusehren, was älter als ich, fließt über Bord. Ich seh die Welt sich langsam drehen und bleib getröstet auf

Ein Arbeitszimmer wird aufgeräumt

Den Duft von geschenktem Moschus unter Verschluss gebracht. Die Hülle unseres Lieblingssongs als Lesezeichen in die Akte gesteckt. Die Hochzeitfotos mit schwarzen Luftballons übermalt. Die Wandflecken vom letzten Krach mit Lösungsmittel entfernt. Das brünette Beweisfoto in Streifen geschnitten. Aus deinem Abschiedsbrief einen Flieger gebastelt. Den überlassenen Schlüssel verwahrt – für alle Fälle. Das Scheidungsurteil zwischen

Ein alter Mann

Wer den ganzen Tag nur sitzt hat bald das Sofa abgewetzt. Mit ihm versinkt die Lebenskraft, er fühlt müde sich und abgeschlafft. Vorüber gehen die Lebensjahre, die Haut wird rot, weiß sind die Haare. Ich fühl mich alt, bin ziemlich mürbe. Es wäre besser, dass ich stürbe. In mir kriecht der Alterswurm, bläst die Trompete

Paketzusteller 2021

Der Kurierfahrer ist ein armes Tier. Werden wir ihn ehrlich beklagen ? Er bringt die Pakete zu dir und mir, wird seinen Lohn nicht hinterfragen. Er weint vor sich hin in langer Nacht, wünscht sich ein Leben für die Seinen. Er lehnt sich nicht auf, weil ohne Macht. Auf Amazon soll die Sonne scheinen. (c)