Durch den Flockenfallklingt süßer Glockenschall,ist in der Winternachtein süßer Mund erwacht. Herz, was zitterst duden süßen Glocken zu?Was rührt den tiefen Grunddir auf der süße Mund? Was verloren war,du meintest, immerdar,das kehrt nun all zurück,ein selig Kinderglück. O du Nacht des Herrnmit deinem Liebesstern,aus deinem reinen Schoßringt sich ein Wunder los. Gustav Falke
Wissen die Kinder auch zumeist noch nicht viel vom Heiligen Geist, die Hauptsache spüren sie fein und rein: Heut müssen wir fröhlichen Herzens sein. Gustav Falke
Frühling ward’s. Die weichen Lüfte Künden’s und die kleinen Bäche Trüben Wassers aus den Rinnen. Wie das rieselt, gluckst und plappert, Eh‘ der letzte schäbig-schmutzige Rest der einst so leuchtend weißen Winterherrlichkeit dahin.
Wo die letzten Häuser stehen Hinter zart begrünten Hecken, Führt der Weg zum Wald hinein. Erst doch gilt’s zwei Dirnlein necken, Die mit hellen Augen sehen Übern Zaun her. Spaß muss sein.
Heute nacht träumte mir, ich hielt den Mond in der Hand, wie eine große, gelbe Kegelkugel, und schob ihn ins Land, als gält es alle Neune. Er warf einen Wald um, eine alte Scheune, zwei Kirchen mitsamt den Küstern, o weh, und rollte in die See.
Nun fallen leise die Blüten ab, Und die jungen Früchte schwellen. Lächelnd steigt der Frühling ins Grab Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab, Dem starken, braunen Gesellen.