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Sprüche, Gedichte, Zitate

Erntelied | Gedicht von Gustav Falke

Neigt euch, Ähren,neigt euch dem Tod,dass wir uns nährenvon eurem Brot! Einer dem andern,eiserner Zwang.Wir alle wandernden gleichen Gang. Ein sondrer Schnittersteht hinter uns auf,sein Messer ist bitter,mäht alles zuhauf. Wer es erleidet,weiß nicht warum.Der Schnitter schneidetfraglos und stumm. Sind wir die Ähren?Sind wir das Brot?Wen sollen wir nähren?Einzig den Tod. Gustav Falke

Der kleine Ritter am Weihnachtsmorgen – Weihnachtsgedicht / Gedicht von Gustav Falke

Hurra, mein neues Steckenpferdhat feine flinke Beine!Nun kauf ich mir ein großes Schwertund reite ganz alleine. Und reite, wie der Sturmwind weht,rund dreimal um den Garten,und wo der große Schneemann steht,da muß mein Rößlein warten.Nun komm mal her aus deiner Burg!Dein Besen macht mich lachen.Ich hau dich einfach mittendurch:dann kannst du nichts mehr machen. Da

Die Wichtelmännchen spenden der Märchenprinzessin den Weihnachtsbaum – Gedicht / Weihnachtsgedicht von Gustav Falke

Die Wichtelmännchen haben es hild,mancherlei ist zu bedenken:Weihnacht ist morgen und es gilt,die Märchenprinzessin zu beschenken. Etwas schönes, keinen Tand.Sie denken sehr praktisch in solchen Stücken.Ein Tannenbaum steht am Waldesrand,den wollen sie für die Prinzessin schmücken. Äpfel und Nüsse, die müssen sein,und vor allem auch süße Sachen,und der Lichter lieblicher Schein.Die Tanne ist hoch, doch

Das Vorstadthaus

Da bauen sie ein neues Haus, die Steine sind geschichtet, schnell wächst es mit dem Dach heraus, und schon wird es gerichtet.

Morgengruß an die Geliebte | Gedicht von Gustav Falke

Du bist am schönsten früh nach dem Erwachen.Auf Stirn und Wangen liegt ein rein Geleucht,wie Morgentau auf weißen Lilienbeeten.Die Sorgen, die der fromme Schlaf verscheucht,stehn ferne noch, und zögern nah zu treten.Was mir der Tag vorher an Blüten bot,und was der Traum mir pflückte zwischen Hecken,rauscht rosenrotals Liebesgruß auf deine weißen Decken.Komm, leben wir den

Idylle – Gedicht von Gustav Falke

Maria unterm Lindenbaumlullt ihren Sohn in Schlaf und Traum. Herr Joseph auch, der wackre Greis,ist eingenickt und schnarcht ganz leis. Vier Englein aber hocken dichtauf einem Ast und schlafen nicht. Sie schlafen nicht und singen sacht,kein‘ Nachtigall es besser macht! Groß überm Wald her, Himmelsruh,hebt sich der Mond und guckt herzu. Maria reißt die Augen