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Sprüche, Gedichte, Zitate

Abend-Hymnus im Anschauen der Natur (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Dem heil’gen Urquell der NaturenErtön‘ ein feyernder Gesang!Ihn preisen Berg und Thal und Fluren;Und ihm verstummte nur mein Dank? Schaut, wie der Mond im LichtgewandeDurch jene Silberwolken wallt!Hört, wie von dem beblümten StrandeDes Baches Lispeln wiederhallt! Durchschaure meinen Geist, o StilleDer ringsum seyernden Natur!Schon fühlt er leichter seine Hülle,Erblickt des Unerforschten Spur. Er wohnt nicht

Beruhigung (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Ich weiß, an wen ich glaube,Und mein Erlöser lebt,Der, wird der Leib zu Staube,Den Geist zu sich erhebt. Ich weiß, an wen ich hange,Wenn alles wankt und weinst,Der, wird dem Herzen bange,Die Rettungshand mir reicht. Ich weiß, wem ich vertraue,Und, wenn dies Auge bricht,Dass ich ihn ewig schaue,Ihn selbst, von Angesicht. Er trocknet alle TränenSo

Dank und Bitte am Morgen (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Wir sind nach sanftem Schlaf erwacht;Wohl Mancher hat die lange NachtIn Schmerz verseufzt, in Gram verweint,Verlassen, ohne Trost und Freund! Uns hat der Schlummer neu erquickt;Vor Tausenden sind wir beglückt.Wie Mancher sieht der Sonne StrahlZu neuem Schmerz, zu neuer Qual! O Vater! Wehmutsvoller DankTönt heut‘ in unserm Lobgesang.Du bist allmächtig, unser Gott:Ach, lindre unsrer Brüder

Ehre sei Gott in der Höhe (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Ehre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist geboren,Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren!Lasset uns sein,Seiner Erbarmung uns freu n!Ist er nicht uns auch geboren? Dunkel bedecket den Erdenkreis; in Finsternis irrtenVölker umher wie die Herden, verlassen vom Hirten.Jesus erschien;Nächte verschwanden durch ihn,Die auch den Weisen verwirrten. Menschen, berufen, sich untereinander zu

Zuneigung (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Die Zeit verrinnt –auch meineTage schwinden;Mein Herbst ist da, er mahnt mich an das Ziel.Des Frühlings Blumen lasst zum Kranz mich winden,Auf die schon früh des Jünglings Thräne fiel!Ich sammle sie für Euch zu Angebinden,Die freundlich oft der Muse schuldlos SpielWie meines Lebens Ernst mit mir getheilet,Den Freundentag verschönt, den Schmerz geheilet. Ach! suchte nicht,

Die Geisterwelt (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Unendlicher! wer zählt die ReihnDer Schaaren, die sich deiner freun,Hinauf zu dir, dem Vater sehn,Aus allen Welten zu dir flehn? Unzählbar ist der Seelen Schaar,Die einst an Staub gefesselt war,Die, nun entfesselt, unsre WeltNicht mehr in ihren Schranken hält. Unzählbar ist der Seelen Schaar,Die unbegreiflich wunderbarDu noch zur Erde senden wirstUnd durch den Tod zum