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    Neue Sprüche, Zitate, Gedichte in 2010



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    Aus der Mätresse eines Mannes

    Aus der Mätresse eines Mannes
    lässt sich viel auf den Mann schließen;
    man sieht in ihr seine Schwachheiten
    und seine Träume.

    Georg Lichtenberg

    Ein Mensch ohne Geduld

    Ein Mensch ohne Geduld,
    ist ein Mensch ohne Anfang und Ende.

    Georg Lichtenberg

    Jahrmarkt

    Potz Hegel und Schlegel!
    Was gibts in Berlin?
    Man sieht ja die Gäste,
    Wie Spielleut zum Feste,
    Dort haufenweis ziehn.

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    Die Superklugkeit

    Die Superklugkeit ist eine der verächtlichsten Arten der Unklugheit.

    Georg Lichtenberg

    Traum durch die Dämmerung

    Weite Wiesen im Dämmergrau;
    die Sonne verglomm, die Sterne ziehn,
    nun geh‘ ich hin zu der schönsten Frau,
    weit über Wiesen im Dämmergrau,
    tief in den Busch von Jasmin.

    Durch Dämmergrau in der Liebe Land;
    ich gehe nicht schnell, ich eile nicht;
    mich zieht ein weiches samtenes Band
    durch Dämmergrau in der Liebe Land,
    in ein blaues mildes Licht.

    Otto Bierbaum

    Faunsflötenlied

    Ich glaube an den großen Pan,
    den heiter heiligen Werdegeist;
    sein Herzschlag ist der Weltentakt,
    in dem die Sonnenfülle kreist.

    Er wird und stirbt und stirbt und wird,
    kein Ende und kein Anbeginn.
    Sing, Flöte, dein Gebet der Lust!
    Das ist des Lebens heiliger Sinn.

    Otto Bierbaum

    Eisblumen zu Weihnachten – Gedicht von Otto Julius Bierbaum

    Das unfruchtbare Eis, kalt, panzerglatt,
    Verhärtet Leben, das dem Tode dient,
    Der sich, der Farblose, mit ihm umschient –
    Das Eis, das keine Seele hat,
    Das unbewegte, allen Lebens Bann:

    Das starre Eis selbst ist nicht tot.
    In ihm auch wirkt gestaltendes Gebot,
    Der Schönheit Triebkraft ward auch ihm:
    Es setzt geheimnisvolle Blüten an,
    Und Schwingenrispen, wie dem Seraphim
    Gefiederüppig sie aus Schulternrund,
    Gekraust, geschwungen, tausendförmig und
    In tausend Formen eine Form, entsprießen,
    Siehst du im Eis nach innerstem Gesetz,
    Ein wunderbares Bild, zusammenschießen.
    Die ärmste Scherbe trägt ein Wundernetz,
    Und alles gleißt von Wundersilberfliesen.

    Sieh, Mensch, mit Andacht diesem Wunder zu
    Und glaub ans Leben! Überall sind Triebe.
    Es ist kein Wahn: Im Tode selbst ist Liebe,
    Und neues Werden und bewegte Ruh.

    Otto Julius Bierbaum

    Das Buch der Natur

    Das Buch der Natur
    ist mit mathematischen Symbolen geschrieben.

    Galileo Galilei

    Bei jedem Streit

    Bei jedem Streit ziehe die Versöhnung
    selbst dem leichtesten Siege vor.

    Georg Lichtenberg

    Warum dieser scheue Blick

    Warum dieser scheue Blick?
    Diese heilige Gebärde?
    Himmel, gib sie mir zurück!
    Kind, besinn dich auf die Erde!

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    Es gibt für den charakterfesten Mann

    Es gibt für den charakterfesten Mann kein überzeugenderes Mittel,
    dass er das rechte getroffen, als wenn ein gewisses Gesindel darüber vor Ärger fast bersten möchte.

    Georg Herwegh

    Die Höflichkeit

    Die Höflichkeit ist die Schwester der Liebe.

    Franz von Assisi




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