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Sprüche, Gedichte, Zitate

Tell

Er hat sein letztes Wort gesprochen, Zu Fall ist der Tyrann gebracht, Und was ein Apfel einst verbrochen, Hat nun ein Apfel gutgemacht. Doch deines Kindes Blut vergossen?? Ei, Tell, ich hätte nicht geschossen!

Neujahr – Gedicht / Neujahrsgedicht von Georg Herwegh

Herr, o Herr, soll größer nochDeine Kette werden?Reicht sie von dem Himmel dochLängst herab zur Erden!Wieder, weil ein Jahr verging,Sprudelt man Sonette,Singt von einem neuen RingAn der alten Kette. Kette, o du klirrend Bild,Schreckwort aller Zungen,Welch ein Gott hat grausam wildDich ums All geschlungen?Daß er seine Sterne wohlVor dem Falle rette,Muß der Ewigkeit SymbolBleiben eine

An die deutschen Dichter

Seid stolz! es klingt kein Gold der Welt Wie eurer Saiten Gold; Es ist kein Fürst so hoch gestellt, Daß ihr ihm dienen sollt! Trotz Erz und Marmor stürb‘ er doch, Wenn ihr ihn sterben ließet; Der schönste Purpur ist annoch Das Blut, das ihr als Lied vergießet!

Das freie Wort

Sie sollen alle singen Nach ihres Herzens Lust; Doch mir soll fürder klingen Ein Lied nur aus der Brust: Ein Lied, um dich zu preisen, Du Nibelungenhort, Du Brot und Stein der Weisen, Du freies Wort!

Aufruf

Reißt die Kreuze aus der Erden! Alle sollen Schwerter werden, Gott im Himmel wird’s verzeihn. Laßt, o laßt das Verseschweißen! Auf den Amboß legt das Eisen! Heiland soll das Eisen sein.

Auf jedes Menschen Angesicht

Auf jedes Menschen Angesicht liegt leise dämmernd ausgebreitet ein sanfter Abglanz von dem Licht des Sternes, der sein Schicksal leitet.

Aus den Bergen

Jeder Mensch hat seinen Stern, Jeder Hofrat seinen; Jeder Pudel seinen Kern: Laßt auch mir den meinen! Ward mir leider nicht zuteil, Daß ich euch ergötze, Aber denkt: ich bin ein Keil, Weil ihr grobe Klötze.