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    Neue Sprüche, Zitate, Gedichte in 2010



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    Weihnacht der Seele – Gedicht von Friedrich Emil Rittershaus

    Wohl jauchzt das Herz in sel´ger Wonne,
    Wenn es der Freuden Hauch umweht,
    Wenn seines Glückes gold´ne Sonne
    Am Himmel seines Lebens steht;
    Doch nicht am Tag der duft´gen Blüte,
    Nicht in der Sommerzeit Verlauf
    Geht in dem innersten Gemüte
    Der Stern des wahren Friedens auf.

    Es kommt ein Tag – er kommt für Jeden! –
    Wo jählings Dir Dein Traum zerreißt!
    In Trümmer stürzt Dein selig´ Eden
    Und Du bist elend, arm, verwaist.
    O, wenn die schönen Tage scheiden
    Und, wenn Dich alle Lust verlässt,
    Dann, in der Winterzeit der Leiden,
    Dann kommt heran Dein Weihnachtsfest!

    Wenn Dir die Teufel alle fluchen,
    Wenn Du vom Drang des Schmerzes matt,
    Dann wirst Du jenen Heiland suchen,
    Der in Dir selbst die Wohnung hat,
    Und finden wirst in dunkler Stunde
    Du Deines Lebens besten Schatz,
    Hast Du bewahrt im Herzensgrunde
    Nur e i n e n unentweihten Platz!

    Dann kommt die rechte Weihnachtsfeier;
    Dann wirst Du recht die Welt versteh´n,
    Und schmerzgeläutert, edler, freier
    Als jemals durch das Leben geh´n,
    Und, neugeboren aus den Sorgen,
    Aus Gram und Not, aus Qual und Pein
    Erkennst Du: in Dir selbst verborgen,
    Da liegt der schönste Edelstein!

    Friedrich Emil Rittershaus

    Aufruf

    Reißt die Kreuze aus der Erden!
    Alle sollen Schwerter werden,
    Gott im Himmel wird’s verzeihn.
    Laßt, o laßt das Verseschweißen!
    Auf den Amboß legt das Eisen!
    Heiland soll das Eisen sein.

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    Ehe man tadelt

    Ehe man tadelt, sollte man immer erst versuchen,
    ob man nicht entschuldigen kann.

    Georg Lichtenberg

    Schneeglöckchen

    Horch, liebliches Läuten!
    Was will es doch sein?
    O selig Bedeuten,
    Ei, Frühling soll`s sein!

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    Alles Wissen

    Alles Wissen, die Gesamtheit aller Fragen und Antworten
    sind im Hund enthalten.

    Franz Kafka

    Der Beruf ist eine Schutzwehr

    Der Beruf ist eine Schutzwehr,
    hinter welche man sich erlaubterweise zurückziehen kann,
    wenn Bedenken und Sorgen allgemeiner Art einen anfallen.

    Friedrich Nietzsche

    Das größte Laster

    Das größte Laster
    ist die Verzagtheit.

    Franz von Assisi

    Wenn man einander schreibt

    Wenn man einander schreibt,
    ist man wie durch ein Seil verbunden.

    Franz Kafka

    Die Seiltänzer

    Sie gehen über den gespannten Seilen
    Und schwanken manchmal fast, als wenn sie fallen.
    Und ihre Hände schweben über allen,
    Die flatternd in dem leeren Raum verweilen.

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    Bitterböse ist das Leben

    Bitterböse ist das Leben,
    Und vergeblich alles Streben
    Nach dem höh’ren Ziel:
    Alles bleibt ein Spiel,
    Illusionen uns umschweben,
    Die sich nie als Wahrheit geben.

    Friederike Kempner

    Am Aschermittwoch ist alles vorbei – Gedicht von Jupp Schmitz

    Am Aschermittwoch ist alles vorbei,
    die Schwüre von Treue sie brechen entzwei
    Von all deinen Küssen
    darf ich nichts mehr wissen
    Wie schön es auch sei
    dann ist alles vorbei

    Trink auf die Freude, denn heut ist heut
    das was erfreut, hat noch nie gereut
    fülle mit Leichtsinn dir den Pokal
    Karneval, Karneval

    Hast du zum Küssen Gelegenheit
    Mensch dann geh ran mit Verwegenheit
    Sag niemals nein, wenn das Glück dir winkt
    bald das Finale erklingt

    Am Aschermittwoch ist alles vorbei ?

    Am Aschermittwoch ist alles vorbei ?

    Jupp Schmitz

    Die Fenster sind gefroren

    Die Fenster sind gefroren,
    Wie eis’ge Blümlein, schau:
    Das sind die falschen Menschen,
    Auf menschlich schöner Au!

    Friederike Kempner




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