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    Neue Sprüche, Zitate, Gedichte in 2010



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    Die Kindheit ist jene herrliche Zeit

    Die Kindheit ist jene herrliche Zeit,
    in der man dem Bruder zum Geburtstag die Masern geschenkt hat.

    Sir Peter Alexander Baron von Ustinov

    Von dem großen Elefanten

    Kennst du den großen Elefanten,
    du weißt, den Onkel von den Tanten,
    den ganz ganz großen, weißt du, der –
    der immer so macht, hin und her.

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    An meinen Bruder

    Was Großes sich begeben,
    Der Kön’ge Herrlichkeit,
    Du sahsts mit freudgem Beben,
    Dir wars vergönnt, zu leben
    In dieser Wunderzeit.

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    Wer keine Brüder hat

    Wer keine Brüder hat,
    hat weder Füße noch Hände.

    Spanisches Sprichwort

    Das ist dein Bruder!

    Das ist dein Bruder! – Das ist verdolmetscht:
    Er ist aus eben dem Ofen geschossen, aus dem du geschossen bist – also sei er dir heilig!

    Friedrich von Schiller

    Der Ungeliebte | Gedicht von August von Platen

    Fänd ich doch auf irdscher Flur,
    Fänd ich doch die Liebe nur,
    Die ich liebend denke,
    Daß in sie der irre Geist
    Der sich wild durch Welten reißt,
    Liebevoll versänke.
    Oder nur ein teures Bild,
    Das aus Himmelshöhen mild
    Mir sich nieder neigte,
    Auf den Pfad, von ihm erhellt,
    Aufwärts aus der dunklen Welt
    Meinen Flug mir zeigte!

    August von Platen

    Einschulungsgedicht für eine Schultüte / Zuckertüte

    Dem großen Schulkind gratuliere ich sehr.
    dir fällt die Schule ganz bestimmt nicht schwer.
    Wer so vergnügt und immer munter ist wie du,
    dem macht das Spaß, und der begreift im Nu.

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    So etwas wie diese Tüte

    So etwas wie diese Tüte
    ist recht tröstlich fürs Gemüte.
    Nimm sie mit und überleg’s:
    Süßes schmeckt auch unterwegs!

    Friedrich Morgenroth

    Das Buchstabenlernlied – Kinderlied auch zum Schulanfang

    Buchstabenlernlied
    (Melodie „Glory, Glory, Halleluja“)

    Refrain:
    Alle Kinder lernen lesen Indianer und Chinesen, selbst am Nordpol lesen alle Eskimos, hallo Kinder jetzt geht’s los.

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    Wetter ist das, was ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigt

    Wetter ist das, was ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigt.
    Klima ist das, was ein Mensch erlebt, der sich 30 Jahre lang ohne Unterbrechungen aufs Fensterbrett stützt.

    Jörg Kachelmann

    Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.

    Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.

    Gustav Heinemann

    Abschied von der Zeit | Gedicht von August von Platen

    Konnt ich doch sonst mich auferbauen,
    Den lustigen Lauf der Welt beschauen,
    Nun hör ich die politischen Schellen
    Mir ewig vor den Ohren gellen,
    Das Kleinste seh ich zuhöchst sich schwingen,
    Als wolle der Staat die Welt verschlingen!

    Wie fühl ich frei mich und beglückt,
    Daß man noch Blumen auf Wiesen pflückt,
    (In Gärten will sich’s nicht mehr schicken,
    Auch nur ein Blättchen zu zerknicken),
    Daß jedem, welcher geht spazieren,
    Man nicht den Paß erst läßt visieren,
    Und nicht ihm, daß man ihn erkennt,
    Die Hausnummer auf die Nase brennt.

    Zwar dachte man an all das nie
    Zur Zeit der alten Despotie,
    Doch sind wir, sonstige Sklavenhorden,
    Auf einmal liberal geworden
    Und wissen in unserm Volksverein
    Vor Freiheit weder wo aus noch ein!

    O würde, was da lebt und handelt
    In eine Papierfabrik verwandelt,
    Und der Vogel, der in den Lüften segelt,
    Nach Theorieen des Staats geregelt!

    Doch, was die Zeit uns auch verspricht,
    Natur! versiege du nur nicht!
    Du Mächtige, Mannigfaltige, Reiche,
    Versinke nicht ins flache Gleiche!
    Doch du hast niemals mitbeschworen
    Den Aberwitz beschränkter Toren,
    Du strebtest nie, daß eins wie’s andre,
    Und gönnst, daß jeder in Frieden wandre;
    Den Weisen hüllst du in dein Licht
    Und gibst dem Schaf ein Schafsgesicht;
    Der Mittelmäßigkeit Gewühle
    Reibst du zu Staub in deiner Mühle
    Und rufst, zu schalten weit und breit,
    Das Große hervor von Zeit zu Zeit.

    Erzieht nur, bildet unverdrossen,
    Es spielt Natur euch allen den Possen!
    Doch wird ein Esel euch geboren,
    So kultiviert ihm ja die Ohren! –

    Germania, Weib voll edler Zier,
    Dein letzter Dichter steht vor dir;
    Er spricht: laß dich nicht verführen,
    Dich nicht in politische Ketten schnüren!
    O laß dich länger nicht betreffen,
    Ausländischem Dünkel nachzuäffen,
    Um anzustaunen, um einzuholen,
    Was abgeschliffen du an den Sohlen!

    Du wußtest das Große sonst zu nähren
    Und ließest einzelnes gern gewähren;
    Es war dir Kraft und Fülle verliehen
    Und wußtest nichts von Theorieen
    Und zogst auf mannigfaltiger Spur,
    Ein Bild der ewigen Natur!
    Nun schlagen sie dich über einen Leisten,
    Daß du seist, wie da sind die meisten.

    Geschehs denn, was du willig erkoren!
    Und lebe wohl! du bist verloren;
    Auf ewig schwörst du nun Vernichtung
    Der alten Liebe, der alten Dichtung;
    Und ach! dein Sänger kann allein
    Auf Trümmern ein Jeremia sein.«

    August von Platen




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