Ein Kleriker vor Leuten spricht – Besingt die Welt in Moll und Dur: „Der Mensch, er ist ein großes Licht Und Vorbild göttlicher Natur.“ Was folgt, weiß jeder Insider: „Wer dem Klerus Glauben schenkt Das menschliche Natur – leider ! Mehr Irres als Gescheites denkt. (c) Olaf Lüken (Dezember 2020) Nach Gottfried Benn: „Die Krone
Ein Mitmensch von uraltem Adel mit blauem Blut und ohne Tadel, der eh’licht eine Bürgersfrau, ihr Blut war rot, kein bisschen blau. Bald kam ein Kind, es war ein Bub, in ihm mischt sich ihr beider Blut, aus Blau und Rot, da wurde keck, laut Farbenlehre – Violett! Hans Harress
Ein Mitmensch hielt sich froh ein Schwein in seinem Haus, s’war stubenrein, mit Hängebauch und schlappen Ohren, es hörte auf den Namen Loren. Es folgt’ dem Herrn auf Schritt und Tritt, und kam sogar aufs Klo treu mit, die Düfte dort gefiel’n ihm sehr, das zu versteh’n, fiel Herrchen schwer. Es tobt im Garten, drehte
Ein alter Frosch sitzt nachdenklich mir zu Füßen: „Dein Haar ergraut“, quakt er mich an: „Ich weiß. Grauer Schnee lässt uns beide grüßen.“ Der Abend dunkelt. Die Nacht schleicht sich heran. Regentropfen prasselnd an die Fenster klopfen. Nah dem Teich sitzt eine illustre Krötenschar, unken mir zu, dass früher alles viel besser war. Ich sehe
Ein Mitmensch saß im Düsenclipper, das wurde für ihn äußerst bitter, er hat mit Höhenangst zu kämpfen, mit Pillen war sie nicht zu dämpfen. Es half kein Schnaps und auch kein Bier, er zittert wie ein Schlachthaustier, sank schließlich voller Angst und Frust der Stewardess an ihre Brust. Da kehrt zurück sein warmes Blut, ein
Wer über den Tellerrand nicht schaut, wird von der Brühe schnell eingesaut. Spalte kein Haar in der Suppe. Bleib‘ immer Mensch in deiner Gruppe. Wer anderen in die Suppe spuckt, hat sich rasch ins Falsche verguckt. Willst die Wahrheit mit Löffeln essen ? Kannst du dein Ego gleich vergessen. Hast du die Bouillon dir eingebrockt
Der Sommer ist gegangen, dichte Nebel steigen auf. Herbst hat uns eingefangen. Neige eines Jahreslauf. Ob wir wandern oder geh’n, durch den stillen, bunten Wald. Ob wir laufen oder steh’n. Die Welt ist kühl, ja bitterkalt. Wenn alle Bäume rauschen und die Wanderer lauschen, dann tritt plötzlich Stille ein. Und jeder ist mit sich allein.
Ein Tourist, der viele Länder bereist, erkennt sehr schnell den Geist der Zeiten, an jeder Eck‘ man ihm Souvenirs anpreist und andere Augenunwürdigkeiten. Dann heißt es Theater, Dom, Museum, Karlsbrücke, Hradschin und Grotte. Es geht zur Madonna und in ein Lyzeum, es folgen Manneken Pis oder Ännchen die Kokotte. Alles ist wichtig, preis- und sehenswert,
Ich weiß von einem fleißigen Bäcker, der hatte ’nen großen, wabbligen Bauch. Er produzierte salzig, süß und lecker. Tradition war ihm Familienbrauch. Er nahm sich eine Bullige zum Weibe. Erin richtig korpulentes Gegenstück. Auf ihrem Leib und zum Zeitvertreibe. Es klappte nicht. Sie waren zu dick. (c) Olaf Lüken
Den Weg, den wir wandern schmücken wir mit dem Laub der Buchen Die Sonnenstrahlen hängen wir über die Äste der Bäume Dem Mond, gleich hinter dem Wald nehme ich seinen Glanz und schmücke dein Haar mit Licht In meinen Händen trage ich das Rauschen des Windes dir entgegen (c) Olaf Lüken (2020)