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Sprüche, Gedichte, Zitate

Berliner Abend

Spukhaftes Wandeln ohne Existenz! Der Asphalt dunkelt und das Gas schmeißt sein Licht auf ihn. Aus Asphalt und Licht wird Elfenbein. Die Straßen horchen so. Riechen nach Lenz.

Der Denker

Nachmittag wird, und Wetter steigen schwarz Herauf. Des Blitzes Ferse leuchtet im Gewölk. Auf das Gebirge beißt voll Grimm Der Donner, und Regen speien aus den Quarz.

Nach dem Regen – Gedicht von Ada Christen

Die Vögel zwitschern, die MückenSie tanzen im Sonnenschein,Tiefgrüne feuchte RebenGucken ins Fenster herein. Die Tauben girren und kosenDort auf dem niedern Dach,Im Garten jagen spielendDie Buben den Mädeln nach. Es knistert in den Büschen,Es zieht durch die helle LuftDas Klingen fallender Tropfen,Der Sommerregenduft. Ada Christen (1839-1901)

Buß-Gedanken bei grosser Hitze

Wo soll ich fliehen hin daß ich im Schatten sitze? Es brennt des Höchsten Zorn mit angeflammter Hitze Den von Gerechtigkeit und Unschuld-blossen Geist Der Thränen aus dem Aug und Blutt vom Hertzen schweist. Kein Kürbiß-Blat beschirmt mich nicht Wenn dieser Sonne Feuer sticht Kein dunckler Wald noch düstre Höle Kühlt oder birgt die matte