Wie der Tag mir schleichet, Ohne dich vollbracht! Die Natur erblasset, Rings um mich wird’s Nacht. Ohne dich hüllt Alles Sich in Schwermuth ein, Und zur öden Wüste Wird der grünste Hain.
Eifersucht, der Liebe Hölle! Elend, elend, wer dich fühlt, Wenn dein Dolch, getränkt mit Gifte Ratlos in dem Busen wühlt; Wenn der Seele Tiefen zittern, Wie die Fluten in Gewittern; Und kein Wort, kein Wort des Trostes Deiner Marter Gluten kühlt; Eifersucht, der Liebe Hölle! Elend, elend, wer dich fühlt!
Gott Amor wollt ihr Treue lehren? Ihr wollt den Schmetterling bekehren, Der nur auf Wechsel sinnt? Und fängt ihr, mit Amphions Feuer, Erhabne Weisheit in die Leyer, Ihr sänget in den Wind! Wegflatternd wird er euch verlachen – Was könnt ihr mit dem Leichtsinn machen? Er ist ein Kind!
Ach, was ist die Liebe Für ein süßes Ding! Sorgenlos, wie Kinder, Führt sie uns durchs Leben. Unser ganzes Leben Flieht mit ihr geschwinder, Als uns ohne Liebe Sonst ein Tag verging! Ach, was ist die Liebe Für ein süßes Ding!
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein! Es ruhn Schäfchen und Vögelein Garten und Wiese verstummt auch nicht ein Bienchen mehr summt Luna mit silbernem Schein gucket zum Fenster herein.