Spruechetante.de

Sprüche, Gedichte, Zitate

Der Vulkan

Ja, die Zeichen sind alle erfüllet, Als sich der Himmel so dunkel umhüllet, Sonne auf blutenden Gleisen entstieg. Wie die häuslichen Tiere sich bargen, Ha, da schauderte allen vorm Argen, Ahnend der Unteiwelt nahenden Sieg.

Der heilige Gesang (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Weih‘ unsre Lippen, Geist des Herrn!Vernehmen laß das Ohr von fernDer Überwinder hohes Lied!Von Lieb‘ und Dank undSehnsucht glüht Das volle Herz. Wir blicken auf zu jener Schaar,Die, nun verklärt, einst sterblich war.In ihres Kampfes heißem DrangErhob Gebet sie und GesangZu kühnem Muth. Auch unsre Seelen hebt der ChorDes Helligthums vom Staub‘ empor,Wenn heil’ger Lieder

Der Segen der Religion (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Der du zu den beglückten Schaaren,Des Heilands Eigenthum, auch mich gesellt,Durch ihn schon in der Kindheit JahrenMich treu gelehrt, was dir und ihm gefüllt:Voll ist das Herz von seiner Seligkeit;Dir sey mein Lied, ein dankend Lied geweiht. Dich darf ich meinen Vater nennen;Von dir, mein Gott, der du die Liebe bist,Kann Tod und Leben mich

Fürbitte für einen todtkranken Freund (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Barmherziger, erhöreDie Thränen, das Gebet!Bey’dir allein ist Hülfe,Wenn Hoffnung untergeht.Noch einmal laß die StundenDer Angst vorübergehn!Doch, Herr, nicht unser Wille,Dein Wille soll geschehn. Er liegt und ringt und duldet,Gequält von bitterm Schmerz.Ohnmächtig, ihn zu retten,Bricht Jammer unser Herz.Ach! soll er von uns scheiden,Verkürz‘ ihm Angst und Qual;Zu himmlischen GenossenFühr‘ ihn durchs dunkle Thal! Wenn seine

Abschied von der Zeit | Gedicht von August von Platen

Konnt ich doch sonst mich auferbauen,Den lustigen Lauf der Welt beschauen,Nun hör ich die politischen SchellenMir ewig vor den Ohren gellen,Das Kleinste seh ich zuhöchst sich schwingen,Als wolle der Staat die Welt verschlingen! Wie fühl ich frei mich und beglückt,Daß man noch Blumen auf Wiesen pflückt,(In Gärten will sich’s nicht mehr schicken,Auch nur ein Blättchen