Quer durch Europa von Westen nach Osten Rüttert und rattert die Bahnmelodie. Gilt es die Seligkeit schneller zu kosten? Kommt er zu spät an im Himmelslogis? Fortfortfortfortfortfort drehn sich die Räder Rasend dahin auf dem Schienengeäder, Rauch ist der Bestie verschwindender Schweif, Schaffnerpfiff, Lokomotivengepfeif.
Klingkling, bumbum und tschingdada, zieht im Triumph der Perserschah? Und um die Ecke brausend bricht’s wie Tubaton des Weltgerichts, voran der Schellenträger.
In alten Briefen saß ich heut‘ vergraben, Als einer plötzlich in die Hand mir fiel, Auf dem die Jahresziffer mich erschreckte, So lange war es her, so lange schon. Die Schrift stand groß und klein und glatt und kraus Und reichlich untermischt mit Tintenklecksen:
Warum bin ich noch so klein? Gerne hätt‘ ich auf der Weide Auch zuweilen eine Freude, Wie sich meine Schwestern freun. Lycidas und Dafne wissen Sich zu finden, sich zu küssen; Und bei mir mag niemand sein; Warum bin ich noch so klein?
Die Abendwinde wehen, Ich muß zur Linde gehen, Muß einsam weinend stehen, Es kommt kein Sternenschein; Die kleinen Vöglein sehen Betrübt zu mir und flehen,
Auf Dornen oder Rosen hingesunken? – – Ob leiser Atem von den Lippen fließt – – Ob ihr der Krampf den kleinen Mund verschließt – – Kein Öl der Lampe? – oder keinen Funken? –
Über rußbestaubten Dächerwogen, Straßendunst und dumpfem Werkgetose, Über all dem bang beladnen Volke Schwebt die Wolke Blendend weiß, wie eine Riesenwasserrose Über schwarzem Kolke.
Mein kleines blondes Mädchen, Was treibst Du jetzt zu Haus? Und denkst Du wohl verstohlen Auch dann und wann hinaus Zu ihm, der nun so lange Schon in der Ferne saß, Daß gar Dein kleines Herzchen Am End` ihn längst vergaß?