Spruechetante.de

Sprüche, Gedichte, Zitate

Abschied (Ada Christen) – Gedicht von Ada Christen

Und als ich fortgezogen,Hab‘ ich in der letzten NachtDer Straße, wo er wohnte,Eine Abschiedsvisite gemacht. Hab‘ angesehen die Steine,Die oft sein Fuß betritt,Und dachte, wär‘ ich reich,Ich nähme sie alle mit. Ich kam zu seinem HauseUnd wußte selbst nicht wie,Und hin bis an das Thor –Dort sank ich in die Knie‘. Und sah empor zum

Das Los des Schönen

Die Rose blühet auf Dornen, Die Nachtigall singet im Leide, Was hoffest du irdische Freude, Wo nirgends das Schöne besteht? Die Blüten verwelkten und starben, Dann klangen die Sicheln zu Garben, Doch manche der lieblichsten Blüten Hat fruchtlos der Winter verweht.

Das Feuerlied

Aus Feuer ist der Geist geschaffen, Drum schenkt mir süßes Feuer ein! Die Lust der Lieder und der Waffen, Die Lust der Liebe schenkt mir ein, Der Traube süßes Sonnenblut, Das Wunder glaubt und Wunder thut.

Ahnst du ?

Wenn ich wilder dich umfange Wenn mein Mund dich heißer küsst – Ahnst du, dass mir Brust und Seele Namenlose Angst umschließt? Angst vor jener dunklen Stunde, Die auf Flügeln näher eilt Und mit fühllos kalten Händen Mein‘ und deine Wege teilt?

Abend-Hymnus im Anschauen der Natur (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Dem heil’gen Urquell der NaturenErtön‘ ein feyernder Gesang!Ihn preisen Berg und Thal und Fluren;Und ihm verstummte nur mein Dank? Schaut, wie der Mond im LichtgewandeDurch jene Silberwolken wallt!Hört, wie von dem beblümten StrandeDes Baches Lispeln wiederhallt! Durchschaure meinen Geist, o StilleDer ringsum seyernden Natur!Schon fühlt er leichter seine Hülle,Erblickt des Unerforschten Spur. Er wohnt nicht

Dank und Bitte am Morgen (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Wir sind nach sanftem Schlaf erwacht;Wohl Mancher hat die lange NachtIn Schmerz verseufzt, in Gram verweint,Verlassen, ohne Trost und Freund! Uns hat der Schlummer neu erquickt;Vor Tausenden sind wir beglückt.Wie Mancher sieht der Sonne StrahlZu neuem Schmerz, zu neuer Qual! O Vater! Wehmutsvoller DankTönt heut‘ in unserm Lobgesang.Du bist allmächtig, unser Gott:Ach, lindre unsrer Brüder