Schwül wird diese Nacht. Am Himmelsbogen Ziehn die Wolken dichter sich zusammen, Breit beglänzt von Wetterleuchtens Flammen Und von roten Blitzen scharf durchzogen.
Hab Sonne im Herzen, ob’s stürmt oder schneit, ob der Himmel voll Wolken, die Erde voll Streit – hab Sonne im Herzen, dann komme, was mag, das leuchtet voll Licht dir den dunkelsten Tag!
Und als ich fortgezogen,Hab‘ ich in der letzten NachtDer Straße, wo er wohnte,Eine Abschiedsvisite gemacht. Hab‘ angesehen die Steine,Die oft sein Fuß betritt,Und dachte, wär‘ ich reich,Ich nähme sie alle mit. Ich kam zu seinem HauseUnd wußte selbst nicht wie,Und hin bis an das Thor –Dort sank ich in die Knie‘. Und sah empor zum
Die Rose blühet auf Dornen, Die Nachtigall singet im Leide, Was hoffest du irdische Freude, Wo nirgends das Schöne besteht? Die Blüten verwelkten und starben, Dann klangen die Sicheln zu Garben, Doch manche der lieblichsten Blüten Hat fruchtlos der Winter verweht.
Du, die im Sternenschleier Der Nächte wandeln geht, Wo Traum und Ahnung freier Um fromme Seelen weht, Wo sich von grünen Grüften Die grüne Hoffnung hebt Und in den Himmelslüften Mit Engeln selig schwebt.
Aus Feuer ist der Geist geschaffen, Drum schenkt mir süßes Feuer ein! Die Lust der Lieder und der Waffen, Die Lust der Liebe schenkt mir ein, Der Traube süßes Sonnenblut, Das Wunder glaubt und Wunder thut.
Frisch treibt’s der Gesell auf dem Zimmerplatz Und drüben am Rain sein flinker Schatz. — Die Balken, die wollen gezimmert sein Und gebleicht die Linnen im Sonnenschein.
Wenn ich wilder dich umfange Wenn mein Mund dich heißer küsst – Ahnst du, dass mir Brust und Seele Namenlose Angst umschließt? Angst vor jener dunklen Stunde, Die auf Flügeln näher eilt Und mit fühllos kalten Händen Mein‘ und deine Wege teilt?
Dem heil’gen Urquell der NaturenErtön‘ ein feyernder Gesang!Ihn preisen Berg und Thal und Fluren;Und ihm verstummte nur mein Dank? Schaut, wie der Mond im LichtgewandeDurch jene Silberwolken wallt!Hört, wie von dem beblümten StrandeDes Baches Lispeln wiederhallt! Durchschaure meinen Geist, o StilleDer ringsum seyernden Natur!Schon fühlt er leichter seine Hülle,Erblickt des Unerforschten Spur. Er wohnt nicht
Wir sind nach sanftem Schlaf erwacht;Wohl Mancher hat die lange NachtIn Schmerz verseufzt, in Gram verweint,Verlassen, ohne Trost und Freund! Uns hat der Schlummer neu erquickt;Vor Tausenden sind wir beglückt.Wie Mancher sieht der Sonne StrahlZu neuem Schmerz, zu neuer Qual! O Vater! Wehmutsvoller DankTönt heut‘ in unserm Lobgesang.Du bist allmächtig, unser Gott:Ach, lindre unsrer Brüder