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Sprüche, Gedichte, Zitate

Tannengeflüster – Gedicht von James Krüss

Wenn die ersten Fröste knisternIn dem Wald bei Bayrisch-Moos,Geht ein Wispern und ein FlüsternIn den Tannenbäumen los,Ein Gekicher und Gesumm ringsherum. Eine Tanne lernt Gedichte,Eine Lärche hört ihr zu.Eine dicke, alte FichteSagt verdrießlich: Gebt doch Ruh!Kerzenlicht und Weihnachtszeit sind noch weit! Vierundzwanzig lange TageWird gekrauselt und gestutztUnd das Wäldchen ohne FrageWunderhübsch herausgeputzt.Wer noch fragt: Wieso?

Ein Tännlein schlief zur Wintersnacht (Wintergedicht)

Ein Tännlein schlief zur Weihnachtsnachttief in des Waldes Ruh,die weißen Flocken fielen sachtund deckten alles zu. Im Zweige fing ein Vögeleingar lieblich an zu singenund seine süße Melodeitat sich gar weithin schwingen. Das Vöglein sang die halbe Nachtauf seinem Ästelein,da ist die Erde aufgewachtund trug einen hellen Schein.

Es treibt der Wind im Winterwalde (Rainer Maria Rilke)

Es treibt der Wind im Winterwaldedie Flockenherde wie ein Hirt,und manche Tanne ahnt, wie baldesie fromm und lichterheilig wird. Und lauscht hinaus. Den weißen Wegenstreckt sie die Zweige hin – bereitund wehrt dem Wind und wächst entgegender einen Nacht der Herrlichkeit. Rainer Maria Rilke