Was sucht denn der Jäger am Mühlbach hier? Bleib, trotziger Jäger, in deinem Revier! Hier gibt es kein Wild zu jagen für dich, Hier wohnt nur ein Rehlein, ein zahmes, für mich.
Werd ich die Zeit wohl sehn / daß doch der Tag anbreche / Darinnen ich mein Lieb noch endlich schawen soll? Jhr Stunden laufft doch fort / fliegt weg als Wasserbäche: Weil jhr so langsam seyd so bin ich trawrens voll.
Zehnde von den Pierinnen, Vierdte Charis dieser Zeit, Andre Venus, laß den Sinnen Keinen Fug zur Traurigkeit: Die mit Threnen Saamen streuen, Werden frölich Korn abmeyen.
Du willst’s, so sei der Schwur erneuert, Vergessen sei, was uns entzweit, Zu höchst und aber höchst beteuert Sei unsrer Liebe Innigkeit! Doch was vom sichern Port gesteuert Uns einst in hohe See voll Leid, – Das war die Zeit, mein Kind, die Zeit!
So stumm und reglos ruhen Berg und Thal In vollem Mondenlicht, Fern in den Lüften webet leiser Hall; Die Stille unterbricht Nur hurtiges Wassergerinne, Silbern schäumend; Es ist als ob die Welt Auf etwas sich besinne, Das ihr entfällt, Das unterdess‘ Sie wieder vergess‘, Weiter träumend.
Wenn du dich ins Ärgste fandest – Ärgstes ist: geboren werden – Find dich ruhig auch ins andre, Minder Arge auf der Erden. Sterben rechnet man als Schlimmstes, Dem man nicht entrinnen kann; Höchst vernünftig ist’s, du nimmst es, Wie es tritt an dich heran.
Es sitzt das Mädchen trüb im Leid, Es tastet an dem Schmuck die Hand, Sie streift das lichte Feierkleid, Des Farbenschein ihr unbekannt; Des Lichtes Quell ist ihr verstopft, Ihr Aug‘ kennt keiner Farbe Wahl, Es kennt nur Lust, die leise tropft, Kennt nur des Schmerzes wilden Schwall.
Erinnerung in Dämmerlicht verglühend Zittert und loht am fernen Himmelsrand Der Hoffnung, die geheimnisvoll bald fliehend Bald wachsend flammt, wie eine Scheidewand.