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Sprüche, Gedichte, Zitate

Null

Sie denkt im Grund gering von sich, Kreist stets um eine innre Leere. Und wünscht sich einzig nur dass der, Dem sie an Wert verleiht, sie ehre. Hans Munch

Flügge

Sekunde um Sekunde tropft Und fällt hinab ins Zeitenmeer. Und jeder Herzschlag, der da klopft, Verhallt im Raum und ist nicht mehr. Was Herzschlag und Sekunde trug, War der gefühlte Augenblick. Daraus wuchs dir aus Leid und Glück Das Federkleid zu deinem Flug. Hans Munch

Glück und Glas

Geborsten liegt dein Glück in bunten Scherben, Und fragend nimmst du eine in die Hand. Du blickst sie an und meinst, du müsstest sterben. Dabei könnt sie im Licht die Welt dir färben, Und was dein Herz zuvor als trist empfand. Hans Munch

Erhöht

Siehst du die Kreuze dort im Tal? Sie tragen Nam‘ und Jahreszahl. Einsam das Kreuz auf Berges Spitze, Trägt schwer am Mal der Feuerblitze. Hans Munch

Verschmähte

Manch wilde Blume blühte Am staubgen Feldesrand, Und blieb ob ihrer Schlichte, Dir leichthin unbekannt. Sahst nur im Beet die Rosen Im süßen Dufte stehn. Doch jene Unscheinbare, Musst ungeliebt vergehn. Dabei wollt sie dir sagen, Dass sie nur dir geblüht, Und sich in stiller Anmut, Um deine Gunst bemüht. Hans Munch

Leidens Sinn

Das Los trifft dich mit gleicher Härte, Ob du an IHN glaubst oder nicht. Doch dem der glaubt, schlägt’s eine Fährte, An der es anderem gebricht. Hans Munch