Wo die meiste Empfindung, da ist das größte Leid.
Leonardo da Vinci
Sprüche, Gedichte, Texte, Zitate – Sammlung
Wo die meiste Empfindung, da ist das größte Leid.
Leonardo da Vinci
»Staub bist du und kehrst zum Staube,
Denk, o Mensch, an deinen Tod!«
Wohl, dies weiß ich, doch mein Glaube
Sieht ein ew’ges Morgenrot.
Sieht ein Land, wo Friedenspalmen
Um des Siegers Scheitel wehn,
Wo umrauscht von ihren Psalmen
Wir der Engel Chöre sehn.
Wo Maria, die Getreue,
Ihr geliebtes Kind uns zeigt,
Wo die Sehnsucht und die Reue
Nun ihr selig Ziel erreicht.
Wo der Vater mit dem Sohne
Und dem Heil’gen Geist zugleich
Thront auf einem ew’gen Throne,
Unaussprechlich herrlich, reich.
Wo wir den, der je gewesen,
Schauen, wie er ewig war.
O, dort wird mein Herz genesen,
O, dort wird mein Auge klar!
Wo verklärte Seelen streben,
Ihn, den Einz’gen, zu erhöhn,
Wo die sel’gen Märt’rer schweben,
Wo die reinen Jungfraun stehn.
Wo die zarte Magdalene
Selig ihm zu Füßen liegt,
Da der Reue bittre Träne
Ihr in Wonne längst versiegt.
Wo Johannes, der Geliebte,
Innig ihm am Herzen ruht.
Alles Kranke, einst Betrübte
Ruht in seines Schoßes Hut.
Wo die heil’gen Scharen wandeln,
Die das Kreuz den Weg gelehrt,
Die im Lieben, Dulden, Handeln
Hier sein Bild in sich verklärt. –
Wohl mir, daß er Staub einst werde,
Dieser Leib von Erd’ und Staub!
Meine Seele wird der Erde,
Wird dem Wurme nicht zum Raub.
Hauch ist sie aus Gottes Munde,
Und sie kehrt hinauf zum Licht.
Sei gesegnet, ernste Stunde,
Die einst meine Fessel bricht!
Sei gesegnet, stiller Hügel,
Der einst meine Asche deckt,
Bis das Wehn der Seraphflügel
Mich von langem Schlaf erweckt!
»Denn du Staub, du kehrst zum Staube
Bis zum neuen Morgenrot.«
So, ich weiß es, doch mein Glaube
Hebt mich über Grab und Tod.
Düsseldorf, 1820.
Luise Hensel
Wer vor seiner Vergangenheit flieht, verliert das Rennen.
T. S. Eliot
Augen lügen, wenn man in ihnen den Charakter eines Menschen sucht.
Stevie Wonder
Nimmer wird’s gelingen,
Zucht mit Ruten zu erzwingen:
Wer zu Ehren kommen mag,
dem gilt Wort soviel als Schlag.
Walther von der Vogelweide
Morgenrot,
Leuchtest mir zum frühen Tod?
Bald wird die Trompete blasen.
Dann muß ich mein Leben lassen,
Ich und mancher Kamerad!
Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.
Theodor Heuss
Als Naturwesen bleibt der Mensch an den Körper gebunden, als Geisteswesen aber hat er Flügel.
Platon
Ich bin der, der ich war, und ich bleibe der, der ich bin.
Franz Josef Strauß
Zufälle sind unvorhergesehene Ereignisse, die einen Sinn haben.
Diogenes
Kind, du bist rein
Mein Bild in deiner Seele seh ich nicht,
Denn das ist dein
Und also lauter Licht.
Demütig tret ich bei dir ein,
Dem alles, was du hast, gebricht.
Und dennoch kann es sein,
Daß meine Seele mit dir spricht,
Als wär sie nicht allein,
Als wären sie zu zwein,
Ein Reimpaar im Gedicht.
Richard von Schaukal