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Sprüche, Gedichte, Zitate

Wenn in den ersten blauen Abendtraum … – Gedicht von Ernst Goll

Wenn in den ersten blauen AbendtraumMit süßem Klang die Feierglocken läuten,Entzünden wir an unserm WeihnachtsbaumDie hundert Lichter, die das Glück bedeuten. Doch einer Kerze andachtvolles LichtLass uns den Göttern weihen und vertrauen,Das sie aus ihrer sel´gen Höhe nichtMit Neid auf diese milde Stunde schauen. Dann sehn wir schweigend in den hellen GlanzUnd wagen nicht, die

Still, still, still… Gedicht von Friedrich Wilhelm Kritzinger

Still, still, still,Weil’s Kindlein schlafen will.Die Englein tun schön jubilieren,Bei dem Kripplein musizieren.Still, still, still,Weil’s Kindlein schlafen will. Schlaf, schlaf, schlaf,Mein liebes Kindlein schlaf!Maria tut dich niedersingenUnd ihr treues Herz darbringen.Schlaf, schlaf, schlaf,Mein liebes Kindlein schlaf! Groß, groß, groß,Die Lieb‘ ist übergroß.Gott hat den Himmelsthron verlassenUnd muß reisen auf den Straßen.Groß, groß, groß,Die Lieb‘ ist

De Kojees kümmt | Plattdeutsches Gedicht

Lütt viertel Stünn kannt wohl noch duernhett Modder eben segt.He kümmt nu glich man got dat Lueerndat is mi gornich recht. Ick heff jo grad keen Angst dit JahrAngst hebt blots de Görn.Ick bin man bang dat geiht nich klorick krieg den Wind von vörn. Wenn he dat blots nich marken deihtmin Strümp sind klitschnat.Bin

Eisblumen zu Weihnachten – Gedicht von Otto Julius Bierbaum

Das unfruchtbare Eis, kalt, panzerglatt,Verhärtet Leben, das dem Tode dient,Der sich, der Farblose, mit ihm umschient –Das Eis, das keine Seele hat,Das unbewegte, allen Lebens Bann: Das starre Eis selbst ist nicht tot.In ihm auch wirkt gestaltendes Gebot,Der Schönheit Triebkraft ward auch ihm:Es setzt geheimnisvolle Blüten an,Und Schwingenrispen, wie dem SeraphimGefiederüppig sie aus Schulternrund,Gekraust, geschwungen,

Die drei Sterne – Gedicht von Georg Herwegh

Es traten einst um MitternachtDer Sterne drei zusammen,In nie gesehner heller Pracht,In nie gesehnen Flammen. Da scholl es aus des ersten MundVon blasser Silberlippe:„Ich tat den Weg den Völkern kundZu eines Gottes Krippe.“ Und stolz darein der zweite schaut,Wie um sich selbst zu sonnen:„Auf mich hat Caesar einst vertrautUnd eine Welt gewonnen.“ „Zu mir blickt“,

Christnacht – Gedicht von Ferdinand von Saar

Wieder mit Flügeln, aus Sternen gewoben,senkst du herab dich, o heilige Nacht;was durch Jahrhunderte alles zerstoben,du noch bewahrst deine leuchtende Pracht. Ging auch der Welt schon der Heiland verloren,der sich dem Dunkel der Zeiten entrang,wird er doch immer aus Neue geboren,nahst du, Geweihte, dem irdischen Drang. Selig durchschauernd kindliche Herzen,bist du des Glaubens süßester Rest;fröhlich

Idylle – Gedicht von Gustav Falke

Maria unterm Lindenbaumlullt ihren Sohn in Schlaf und Traum. Herr Joseph auch, der wackre Greis,ist eingenickt und schnarcht ganz leis. Vier Englein aber hocken dichtauf einem Ast und schlafen nicht. Sie schlafen nicht und singen sacht,kein‘ Nachtigall es besser macht! Groß überm Wald her, Himmelsruh,hebt sich der Mond und guckt herzu. Maria reißt die Augen

Weihnachtswunder – Gedicht / Weihnachtsgedicht von Gustav Falke

Durch den Flockenfallklingt süßer Glockenschall,ist in der Winternachtein süßer Mund erwacht. Herz, was zitterst duden süßen Glocken zu?Was rührt den tiefen Grunddir auf der süße Mund? Was verloren war,du meintest, immerdar,das kehrt nun all zurück,ein selig Kinderglück. O du Nacht des Herrnmit deinem Liebesstern,aus deinem reinen Schoßringt sich ein Wunder los. Gustav Falke

Vorfreude auf Weihnachten – Gedicht / Weihnachtsgedicht von Joachim Ringelnatz

Ein Kind – von einem SchiefertafelschwämmchenUmhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,Dann blüht er Flämmchen.Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmtUns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln.Wer nicht mehr Flämmchen hat,wem nur noch Fünkchen glimmt,Wird dann noch gütig lächeln.Wenn wir im Traume eines ewigen TraumesAlle unfeindlich

Weihnachten wird es für die Welt! – Gedicht / Weihnachtsgedicht von Adele Schopenhauer

Mir aber ist mein Lenz bestellt,Mir ging in solcher JahresnachtEinst leuchtend auf der Liebe Pracht!Und an der Kindheit WeihnachtsbaumStand Englein gleich der erste Traum!Und aus dem eiskrystall’nen SchooßRang sich die erste Blüte los –Seitdem schau‘ ich nun jedes JahrNicht was noch ist – nur was einst war! Adele Schopenhauer