Der Abend dämmert, es wirbelt der Wind den Schnee von dem hohen Dache, Großmütterchen sitzt am warmen Kamin mit den Kleinen im warmen Gemache. „Erzähl uns etwas, Großmütterlein!“ – „Recht gern, ihr närrischen Dinger, ihr müsst nur brav und bescheiden sein!“ Und mahnend hebt sie den Finger.
Als Kain den Abel umgebracht, Zum Himmel dampft das Blut. Es ward ein starker Lärm gemacht, Und Gott geriet in Wut. Die Engel wurden watschelnaß, So haben sie geflennt. Und Gott hat Kain in grimmen Haß Ein Zeichen aufgebrennt.
O daß ich es vermöchte, wahnbesessen, Wie es die Menschen thun, ganz ohne Zagen Der eig’nen Schuld die Andern anzuklagen Und meine Fehler eitel zu vergessen.
Wer einmal einen Schmerz erlitten, Ist nicht mehr jung. Bis dahin war er´s, Und hätte silberweiß sein Haar bereits Den tiefgebeugten Scheitel ihm umglänzt.
„Daheim!“ – o Wort, wie rührst du Ein Herz, das ungeliebt! Sprichst ihm von jenem Frieden, Den nur die Heimat gibt! Auch mich umklangst du lockend Im wüsten Lebensbraus; Und, das Verheißne suchend, Kehrt‘ ich in’s Vaterhaus.
Das gibt der Erde erst den Glanz Und Weihe der Natur, Macht ihr zum schönsten Feierkleid Die blütenärmste Flur, Macht ihr den Bach zum Perlenband, Zum Schmuck den schlecht’sten Stein – Liegt leuchtend über aller Welt Der goldne Sonnenschein!