Der runde, rote Mond rollt auf schwarzen Wolken her. Die Nacht ist schwül, die Nacht ist schwer, sie zittert, wenn hinterm Wald heraus das Wetter grollt.
Wie können doch in einem Hertzen Die Lieb und Furcht Geferten seyn? Wie kan sich Freude neben Schmertzen Und Lust bey Unlust finden ein? Wie kan sich plagen und vergnügen An einen Ort zusammen fügen?
Über die verhüllten Abendhügel Steigen schon die ersten Sterne her, Einmal rührt der Wind noch seine Flügel, Alles schweigt und träumt, nun träumt auch er.
In des Müglings langem ton. 1. Man saget von eim leben weis, als er war alt, het er zwen sün und gab iedem ein grünen walt, tet in darzu drei guter lere geben:
Die Sonne birgt nunmehr ihr angenehmes Licht/ Der Abend will die Welt der Arbeit überheben/ Es fordert meine Pflicht/ Dem Höchsten für den Schutz des Tages Danck zu geben.
Worzu dient so süsses Blicken/ Wenn du bist in nichts verliebt? Ists/ daß unser Seufftzer-schicken Cloris dir Vergnügen giebt? Zwar offt heist das Hertze geben Sich begeben seiner Ruh/ Doch wer immer frey will leben/ Bringt sein Leben übel zu.
Betrübte Nacht/ in der mich Lieb‘ und Schrecken Ohn Unterlaß von meiner Ruh erwecken/ Wenn kömmt einmahl die angenehme Nacht/ Die meiner Pein ein frölich Ende macht?
Ihr Augen/ deren Licht mit diesem Lichte spielt/ Das eure Stralen dunkel macht/ Gebt wohl auff eure Sachen acht/ Seht/ wie mein Feind bereits auff unser Unglück zielet.