(An die Stadtmädchen) Noch blühen uns zu Kränzen Die Blumen auf der Flur; Noch locken uns zu Tänzen Die Sänger der Natur. Noch rieselt uns gelinde Der kleine Schmerlenbach, Und die belaubte Linde Wölbt uns ein Schattendach.
Des Tages Mittag gleichet nicht dem Morgen, Wir pflücken nicht im Sommer Frühlingsblüten. Drum fasse Mut! Verbanne deine Sorgen, Genieße froh, was noch die Tage bieten.
Kann ich nur dichten! – bleibt mir Freiheit nur Tagtäglich meinen Schritt in die Natur Nach Herzenslust zu richten; Kann ich nur lagern mich auf luft’gen Höhn, Am Leben mich des reichen Tals zu weiden, Mich an belebten Strömen nur ergehn, So werd‘ ich keinem seinen Stand beneiden.
Nur von ferne muß ich stehn, Stutzer sie umflattern sehn, Schmeicheleien ihr zu Ehren Überall erschallen hören. Nur von ihrem Agathon Hört sie keines Lobes Ton.
Und ist man tot, so muß man lang Im Grabe liegen; ich bin bang, Ja, ich bin bang, das Auferstehen Wird nicht so schnell vonstatten gehen. Noch einmal, eh‘ mein Lebenslicht Erlöschet, eh‘ mein Herze bricht – Noch einmal möcht ich vor dem Sterben Um Frauenhuld beseligt werben.